Morgens um neun hat Rüdiger Zurheide schon einiges hinter sich: Er ist wie jeden Tag sehr zeitig aufgestanden und posiert gerade geduldig für unseren Fotografen im Eingangsbereich von Edeka Zurheide im Düsseldorfer Süden, für die er ebenso verantwortlich ist wie für die Filiale an der Berliner Allee. Zurheide ist ein Familienbetrieb und gehört zur Genossenschaft Edeka, mit mehreren Filialen in Düsseldorf und im Ruhrgebiet. Fürs Interview setzen wir uns ins Café, er bestellt sich eine heiße Schokolade: „Unsere eigene Kaffeerösterei gibt es seit etwa 25 Jahren, und fast ebenso lang versuchen die Mitarbeiter, mir Kaffee schmackhaft zu machen, aber ich mag nun mal nichts Bitteres. Ich mag es süß!“ Über Süßes lernte er auch seine Frau kennen: Sie war damals für eine Firma tätig, die Kuchen vertrieb, und deshalb bei den Gourmettagen von Edeka vertreten. Inzwischen hat das Paar zwei Söhne, fast zehn und fast sieben Jahre alt, und in ihrem Haushalt wird ausschließlich Wasser und Milch getrunken – für Gäste gibt es eine Kapselmaschine, falls jemand Kaffeedurst hat. Obwohl Rüdiger Zurheide für die beiden Standorte in Düsseldorf, Deutschlands größte Erlebnissupermärkte, verantwortlich ist, mag er es privat gern unkompliziert, wie er verrät: „Ich bin im Ruhrpott aufgewachsen, ich esse am liebsten Hausmannskost.“ Hat er sich schon durch seine eigenen Läden durchprobiert? „Das würde nicht klappen! Wir führen in der Innenstadt 60 000 verschiedene Artikel, hier sind es 50 000, und ich habe mal zum Spaß in der Statistik nachgeschaut: Im Durchschnitt kommen übers Jahr jede Woche Dutzende neue Artikel dazu, und ebenso viele verschwinden wieder.“ Wofür er aber alles stehen und liegen lässt, ist das Erdbeer-Tiramisu seines Convenience-Bereichs. „Bis auf eine Abstinenz-Phase von etwa zwei Jahren, da hatte ich wohl zu viel davon erwischt.“ Rüdiger Zurheide ist mit Edeka aufgewachsen. „Als ich noch zu Hause gewohnt habe, hatten meine Eltern zwei bzw. drei Läden, je nachdem, welchen Zeitraum man betrachtet. Meine Eltern haben immer viel gearbeitet, und uns Kindern wurde vermittelt: Wenn ihr etwas wollt, dann müsst ihr euch das erarbeiten.“ Und so sortierte er schon während seiner Schulzeit Leergut und machte auch seine Lehre im elterlichen Betrieb. „Erwartet wurde das nicht, mein Vater meinte immer: Macht, was ihr wollt. Aber ich hatte Freude daran.
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