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Ein Ehrenamt sollte zu einem passen

Mehr als 100 000 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer engagieren sich ehrenamtlich. Warum das so wichtig ist und wo Hilfe gebraucht wird, erzählt Helma Wassenhoven vom Büro zur Förderung Bürgerschaftlichen Engagements der Stadt Düsseldorf.

Porträt von Helma Wassenhoven

Viola Gräfenstein

28.10.2026

Lesezeit 2 Minuten

Frau Wassenhoven, wie viele Menschen engagieren sich in Düsseldorf ehrenamtlich?

Eine Erhebung von vor etwa 15 Jahren kam auf rund 78 000 Menschen. Heute gehe ich von weit über 100 000 Ehrenamtlichen in Düsseldorf aus.

Und wo engagieren sich diese Menschen?

Die Bereiche sind unglaublich vielfältig: Seniorenarbeit, Sport, Kinder und Jugendliche, Gemeinden, Kultur sowie Natur- und Umweltschutz. Dazu kommen Tierschutz, Flüchtlingshilfe, Sanitätsdienste, Katastrophenschutz, Hospizarbeit, beim THW oder der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Heimat-, Schützen-, Karnevals- und Martinsvereine leisten das ganze Jahr über wichtige Arbeit. Und das sind noch nicht mal alle Bereiche.

Wo werden besonders dringend Ehrenamtliche gesucht?

Das ist sehr unterschiedlich und oft punktuell. Aktuell wird beispielsweise bei der „Mime Art for Life e.V. – Mut machen mit Pantomime“ von Wolfgang Neuhausen dringend jemand für die Buchführung gesucht. Der Verein bildet junge Menschen aus Armenvierteln in Südafrika zu Pantomimen aus, die in ihrem Land und einmal jährlich einige Wochen in Düsseldorf alten und jungen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen Freude bereiten. Viele Vereine leiden unter Nachwuchsproblemen, beispielweise Heimatvereine.

Welche Voraussetzungen braucht man für ein Ehrenamt?

Das kommt auf die Tätigkeit an. Grundsätzlich braucht man vor allem Interesse, mindestens zwei Stunden Zeit die Woche, Motivation und die Bereitschaft, sich einzubringen. Bestimmte Vorkenntnisse sind nicht immer nötig, denn vieles kann man lernen. Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, benötigt in der Regel ein erweitertes Führungszeugnis. Für manche Tätigkeiten gibt es außerdem spezielle Schulungen und Fortbildungen, beispielsweise in der Hospizarbeit, beim Kinderschutz oder bei der Telefonseelsorge. Dort werden Ehrenamtliche auch während ihrer Tätigkeit begleitet.

Was raten Sie Menschen, die helfen möchten, aber nicht wissen, wo?

Einfach erst einmal überlegen: Was macht mir Spaß? Wie viel Zeit habe ich? Und möchte ich mit Menschen arbeiten oder lieber organisatorisch helfen? Wir beraten auch Menschen, die noch gar nicht wissen, welches Ehrenamt zu ihnen passt. Mein Tipp wäre es, sich in der eigenen Nachbarschaft umzuschauen und bei Kitas, Gemeinden oder Vereinen nachzufragen. Auch Jugendliche können sich beispielsweise in ihren Vereinen engagieren.

Was ist aktuell neu in Düsseldorf?

Am 30. Oktober 2026 startet die neue Düsseldorfer Ehrenamtsplattform. Dort kann man seinen Verein oder seine Organisation eintragen lassen. Interessierte können gezielt nach Vereinen suchen und nach Ehrenämtern fragen. Rund um den Start der Plattform gibt es außerdem Workshops für Ehrenamtliche. Und auch die Ehrenamts-Hütte auf dem Weihnachtsmarkt in Düsseldorf ist wieder dabei. An jedem Tag erhält ein anderer Verein beziehungsweise eine andere Organisation die Möglichkeit, ihr Engagement vorzustellen. So können Besucherinnen und Besucher ganz unkompliziert unterschiedliche Formen des Ehrenamts kennenlernen und direkt mit den Organisationen ins Gespräch kommen.

Ihr wichtigster Tipp zum Schluss?

Einfach ausprobieren. Man muss nicht von Anfang an den perfekten Einsatz finden. Ehrenamt sollte zu einem passen.

Das Gespräch führte Viola Gräfenstein.

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