Wähle deine persönlichen Lebensstufen. Wir versuchen dir nur die Inhalte anzuzeigen, die für dich gerade zutreffend sind.

Seiteninhalt
Seiteninhalt
Es ist ein gutes Gefühl, etwas für andere Mädchen zu tun

Freya Gersdorf ist ehrenamtliche Fußballtrainerin beim DJK Sportfreunde Gerresheim. Die 15-jährige Schülerin engagiert sich mit großer Leidenschaft, weil sie Mädchen beim Fußballspielen unterstützen möchte. 

Porträt von Freya Gersdorf, sie steht am Tor auf einem Fußballplatz

Viola Gräfenstein

28.10.2026

Lesezeit 3 Minuten

Wie bist du zu deinem Ehrenamt gekommen?

Ich spiele selbst Fußball seitdem ich sechs Jahre alt bin. Am Anfang trainierte eine Freundin die Mädchen und fragte mich, ob ich mitmachen möchte. Das hat mir Spaß gemacht, und als sie später keine Zeit mehr hatte, habe ich das Training alleine weitergeführt.

Du machst das jetzt schon eine Weile. Warum?

Ich wollte meine Freude am Fußball gerne an jüngere Mädchen weitergeben. Außerdem finde ich es schön, wenn man anderen dabei helfen kann, besser zu werden und gleichzeitig Spaß am Fußball zu haben. Und gerade im Mädchenfußball finde ich es wichtig, dass es auch weibliche Ansprechpartnerinnen gibt, zu denen die Spielerinnen einen guten Bezug haben können, mit denen sie sich identifizieren und über persönliche Dinge sprechen können.

Warum ist das Training im Mädchenfußball gerade so wichtig?

Durch gutes Training können sie Spaß am Fußball haben, sich weiterentwickeln und selbstbewusster werden. So kann man dazu beitragen, dass sie dem Sport langfristig treu bleiben und den Mädchenfußball insgesamt ein Stück voranbringen.

Wie hast du mit dem ehrenamtlichen Training begonnen?

 

Ich habe damit letztes Jahr, als ich 14 Jahre alt war, begonnen. Ich habe angefangen, die „Bambini“ und Spielerinnen unter neun Jahren zu trainieren. Mittlerweile trainiere ich Spielerinnen, die jünger als elf Jahre alt sind, also eine E-Jugend.

 

Gibt es viele Mädchen, die andere trainieren?

 

Es engagieren sich zwar immer mehr Menschen im Mädchenfußball, aber im Vergleich zum Männerfußball sind es noch deutlich weniger. Ich glaube jedoch, dass sich das langsam verändert und immer mehr Mädchen und Frauen Verantwortung übernehmen möchten.

 

Wie sehen deine Aufgaben im Ehrenamt aus?

Vor dem Training plane ich die Übungen, recherchiere passende Ideen und bereite die Einheit vor. Am Platz baue ich alles auf, erkläre und zeige die Übungen. Ich achte darauf, dass alle Spielerinnen sie verstehen. Während des Trainings coache ich die Mädchen, gebe Tipps, motiviere und lobe sie und vermittle bei kleineren Konflikten. Dienstags bin ich regelmäßig dabei, freitags übernimmt meist der andere Trainer, da ich selbst beim VfB Hilden trainiere. Wenn es zeitlich passt, begleite ich die Mannschaft auch zu Spielen, bereite die Aufstellung vor und coache die Mädchen während des Spiels, wobei ich sie gleichzeitig dazu ermutige, selbstständig Entscheidungen zu treffen.

Was waren die Voraussetzungen für Dein Ehrenamt?

Das hängt etwas vom Verein und der Altersklasse ab. Man sollte selbst Fußball spielen oder gespielt haben. So bringt man ein Grundverständnis für den Sport mit. Durch meine Erfahrungen bei Fußballcamps hatte ich bereits praktische Kenntnisse. Eine Trainerlizenz ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Ich selbst mache gerade den DFB-Basis-Coach. Man sollte Verantwortung übernehmen wollen, engagiert und zuverlässig sein. Außerdem sollte man bereit sein, mit den Spielerinnen zu arbeiten und selbst dazuzulernen.

Was liebst du am Fußballsport und an deinem Ehrenamt?

Am Fußball liebe ich vor allem die Gemeinschaft, weil man als Mannschaft gemeinsam Erfolge und Niederlagen erlebt und sich gegenseitig unterstützt. An meinem Ehrenamt gefällt mir, die Entwicklung der Spielerinnen mitzuerleben und zu sehen, wenn sie etwas Neues lernen. Es macht mich glücklich, wenn die Mädchen gerne zum Training kommen und sich über das Gelernte freuen. Außerdem möchte ich ihnen nicht nur fußballerisch etwas beibringen, sondern sie auch dabei unterstützen, als Mannschaft zusammenzuwachsen.

Würdest du das immer wieder machen?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe durch das Training selbst viel gelernt, zum Beispiel Verantwortung zu übernehmen, geduldig zu sein und mit unterschiedlichen Menschen umzugehen. Gleichzeitig bekommt man unglaublich viel zurück. Zu sehen, wie die Spielerinnen sich entwickeln und immer besser werden, motiviert mich sehr. Auch wenn es manchmal anstrengend ist, überwiegt für mich ganz klar der Spaß und das gute Gefühl, etwas für andere zu tun.

Welchen Tipp würdest du anderen Interessierten geben?

Viele glauben, dass man alles von Anfang an können muss. Das stimmt nicht. Man kann als Trainer oder Trainerin klein anfangen und auch mit wenig Zeit etwas beitragen. Wichtig sind vor allem Engagement, Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft. Hauptsache, man fängt an und bleibt dran.

Möchtest du das später auch mal beruflich machen?

Ich könnte mir gut vorstellen, das weiterhin als Ehrenamt zu machen, weil es mir Spaß macht. Beruflich wäre es mir aber wahrscheinlich zu viel Druck.

Das Gespräch führte Viola Gräfenstein.

Im Mittelpunkt der Familie

Seit mehr als 20 Jahren informieren wir Eltern, Großeltern und alle, die mit Kindern leben oder arbeiten über Neuigkeiten aus der Region, Veranstaltungen, Themen, Tipps und Angebote. Wir entdecken die Stadt und ihre Umgebung auch immer wieder neu – das Entdeckte teilen wir gerne mit euch.