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Wenn das Ehrenamt zur Herzenssache wird

Karneval kann mehr als Kamelle: Im Gerresheimer Karnevalsverein „Saubande“ engagieren sich Stefanie Bien und Tim Woodroffe mit viel Zeit, Energie und noch mehr Herzblut für den Karnevalsnachwuchs. Ihr Ziel: Kindern Gemeinschaft, Brauchtum und Ehrenamt näherbringen und dabei vor allem gemeinsam Spaß haben.

Jugendbauftragte der Ferkelbande Stefanie Bien und Tim Woodroffe

Viola Gräfenstein

28.10.2026

Lesezeit 3 Minuten

„Danke, dass ich dabei sein darf.“ Diesen Satz hat Tim Woodroffe nicht vergessen. Ein kleines Mädchen war gerade Mitglied der „Ferkelbande“ geworden und bedankte sich dafür, dass sie dazugehören durfte. Für ihn ist das genau einer dieser Momente, für die sich sein Ehrenamt als Leiter der Kinder- und Jugendgruppe lohnt. Tim Woodroffe und Stefanie Bien sind seit fast drei Jahren für den Karnevalsnachwuchs zuständig. „Die Ferkelbande“ ist die Kinder- und Jugendgruppe der „Saubande“ – Förderkreis Gerresheimer Veedelszoch. Entstanden ist sie 2024, weil Stefanie Bien und Tim Woodroffe fanden, dass für die Kinder im Verein mehr passieren müsse. „Wir wollten unsere Kinder rechtzeitig an Karneval, Gemeinschaft, Brauchtum und Verein heranführen, denn viele Brauchtumsvereine haben ein Nachwuchsproblem“, sagt Tim Woodroffe. Die Idee: Wer von klein auf erlebt, wie Gemeinschaft und Ehrenamt funktionieren, übernimmt vielleicht später selbst Verantwortung. Seine Kollegin Stefanie Bien wollte vor allem ihrer Tochter Emma ihr eigenes Hobby näherbringen. Also legten die beiden los. „Wir ergänzen uns gut“, sagt die begeisterte Karnevalistin. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Tim Woodroffe. Die Mitgliedszahl der Ferkelbande ist mittlerweile von fünf auf 34 Kinder gestiegen. „Es spricht sich herum, wenn es den Kindern Spaß macht. Das ist die beste Werbung für unseren Verein und sichert den Nachwuchs“, freut sich Stefanie.

Die Wünsche der Kinder und Jugendlichen sehen 

„Wir fragen die Kinder: Worauf habt ihr Lust?“, erzählt Tim Woodroffe. Seitdem gibt es etwa alle zwei Monate gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel einen Matschlauf, Eisstockschießen, einen Ausflug in den Kletterwald oder in ein Trampolinzentrum. „Diese Ausflüge fördern den Teamgeist und machen großen Spaß“, findet Tim Woodroffe, dessen Zwillinge Noah und Marie ebenfalls „Ferkel“ sind. Einen festen wöchentlichen Termin gibt es bewusst nicht. Die Aktionen finden alle paar Wochen statt. „Die Kinder haben heute so viele andere Hobbys. Wenn unsere Events nur alle paar Wochen stattfinden, freuen sie sich richtig darauf“, meint Stefanie Bien, die mehrere Stunden im Monat im Karnevalsverein aktiv ist. „Die Ferkelbande reicht von kleinen Kindern im Alter von einem Jahr bis zu 17-Jährigen. Das Schöne ist, dass hier die Großen den Kleinen helfen und daraus schöne Freundschaften entstehen. Alter spielt im Verein einfach keine Rolle“, unterstreicht Stefanie, die seit ihrer Kindheit in einem Karnevalsverein engagiert ist und auch bei Events der „Saubande“ ehrenamtlich unterstützt. „Hier helfe ich natürlich auch beim Aufbau. Das ist Ehrensache“, sagt die passionierte Karnevalistin.

Saubande & Ferkelbande

Die Saubande entstand aus einem Stammtisch und organisierte zunächst vor allem den Gerresheimer Veedelszoch. Heute hat der Verein rund 300 Mitglieder und ist auch über Gerresheim hinaus im Düsseldorfer Karneval aktiv. 2025 nahm die Saubande erstmals am Rosenmontagszug teil.

Die Ferkelbande gibt es seit 2024. Die Kinder- und Jugendgruppe möchte Nachwuchs früh für Karneval, Brauchtum, Gemeinschaft und Ehrenamt begeistern.
Das Programm: Alle paar Wochen gibt es gemeinsame Aktionen und Ausflüge. Die Kinder entscheiden selbst, woran sie teilnehmen möchten.

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Vom Veedelszoch bis zum Rosenmontag

2025 war die Saubande erstmals beim Düsseldorfer Rosenmontagszug dabei. Für Tim und Stefanie ist das eine schöne Entwicklung: Das Gerresheimer Vereinsleben bleibt die Basis, gleichzeitig geht es immer öfter hinaus ins gesamte Stadtgebiet. Doch egal, ob Veedelszoch, Rosenmontag, Sommerfest oder Weinherbst: Die Kinder sind stets ein wichtiger Teil des Vereins. „Sie sollen sich nicht nur verkleiden und Kamelle werfen, sondern auch erfahren, woher das Brauchtum kommt. Karneval bedeutet Familie, Gemeinschaft und Zusammenhalt“, betont Tim Woodroffe. Dazu gehören auch Besuche im Haus des Karnevals in Düsseldorf. Doch Tradition darf sich verändern. „Natürlich sollten die Kinder zunächst die herkömmlichen Traditionen kennenlernen, doch mit jeder neuen Generation kriegt der Karneval auch wieder andere Facetten“, erzählt der Gruppenleiter. Im Karnevalsverein sind die Kinder längst nicht nur Zuschauer. Beim Sommerfest verkaufen sie beispielsweise Buttons, sammeln Spenden oder helfen beim Aufräumen. „Sie übernehmen Aufgaben, die ihrem Alter entsprechen. Sie sammeln Pappteller ein oder kümmern sich auch um die Kinder der Gäste. Die Kinder sollen das Gefühl haben, dass sie ein vollwertiger Teil von unserem Verein sind und sie gebraucht werden“, erklärt Tim Woodroffe.

Ein Ehrenamt muss Spaß machen

Dass all das Zeit kostet, wissen Stefanie und Tim genau. Ausflüge planen, einkaufen, Veranstaltungen vorbereiten, Kostüme nähen und checken, aufbauen und anschließend wieder aufräumen. „Das kann schon zeitintensiv sein und ein paar Stunden Zeit kosten, aber wenn man dafür lebt, dann fühlt es sich nicht wie ein Pflichttermin an. Das Ehrenamt gibt einem auch viel zurück“, betont Stefanie Bien. Deshalb ist ihr Tipp an andere Eltern, die über ein Ehrenamt nachdenken: „Sucht euch etwas, für das ihr wirklich brennt.“ Und Tim ergänzt: „Man kommt erschöpft nach Hause, aber erfüllt, und die Kinder erleben, dass Gemeinschaft nicht einfach da ist. Jemand muss sie möglich machen. Und das tun wir mit unserem Engagement gerne.“

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