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Verpackt nochmal

Wer kennt es nicht, kaum ist der Urlaub da, schon steht der nĂ€chste Stress an: Wie bekommst du alles, was du fĂŒr dich und deine Familie in den nĂ€chsten Wochen brauchst, möglichst platzsparend eingepackt, ohne die Nerven zu verlieren?

Mutter und Kind packen Koffer, das Kind schmeißt Anziehsachen in die Luft

Juliane Faller

09.07.2024

Lesezeit 3 Minuten

In den letzten Wochen kam in den GesprĂ€chen mit meinen Mitmenschen immer wieder das Thema Packen auf. Nichts scheint so nachhaltig die Lust auf den Urlaub zu schmĂ€lern, wie die Herausforderung, fĂŒr die ganze Familie alles notwendige fĂŒr einen entspannten Urlaub zu packen. Diese Unlust scheint alle zu vereinen. Dabei ist unerheblich, ob es sich um den Menschen handelt, der hochorganisiert schon Wochen vor dem Urlaub seine Packlisten aus den vergangenen Jahren durchgeht, um ĂŒberflĂŒssige Dinge zu vermeiden, oder ob es sich um einen Menschen wie mich handelt, der drei Stunden vor Abfahrt eher spontan alle Dinge, die ihm in die Quere kommen, in kategorisierte Taschen wirft. Chaospacken nenne ich das und war damit in den vergangenen Jahren immer sehr erfolgreich. Nun gestaltet sich die Reise in diesem Jahr allerdings komplexer und ich bin mit allen Kindern zunĂ€chst alleine mit der Deutschen Bahn unterwegs. Um den Stressfaktor unterwegs so gering wie möglich zu halten, begrenze ich das ReisegepĂ€ck pro mitreisender Person also auf einen Rucksack, den diese Person auch selbststĂ€ndig tragen kann. Und so kam auch ich dazu, meine erste Excel-Packliste zu verfassen.

Rollenklischees

Ein weiteres weit verbreitetes PhĂ€nomen ist mir in den GesprĂ€chen zu dem Thema begegnet: Es ist anscheinend – trotz aller BemĂŒhungen um eine paritĂ€tischen Partnerschaft – heute in den meisten Familien noch immer so, dass die Frau fĂŒr den Großteil der Familie packt und zwar ganz unabhĂ€ngig davon, ob der Mann im Alltag die Carearbeit erledigt. Auch wenn die meisten Frauen zum GlĂŒck nicht mehr, wie viele ihrer MĂŒtter noch, die Anziehsachen fĂŒr den Mann herauslegen, war doch eine gewisser Respekt der MĂ€nner spĂŒrbar, den Bereich der Packhoheit der Frauen keinesfalls anzutasten. So ist es in vielen Familien heute noch so wie in den 1980ern: Sie packt die Taschen, er das Auto. Wenn die Frau jetzt allerdings mit leicht gemischten GefĂŒhlen dabei zusieht, wie der Partner das von ihm gepackte TĂ€schchen hinter dem Fahrersitz verschwinden lĂ€sst und mit einem Seitenhieb auf die große Menge an sonstigem GepĂ€ck verweist, sollten sie sich einen Moment zum Durchatmen gönnen, um sich zu fragen, ob sie es fĂŒr den lieben Urlaubsfrieden nicht einfach auf sich beruhen lĂ€sst.

Die Frage des Transports

Aber halt: Das ist alles fĂŒrchterlich zuschreibend und wĂŒrdigt an keiner Stelle die Tatsache, dass es ja viele andere Menschen gibt, die nicht nur den Alltag, sondern auch die Urlaubsplanung vollkommen alleine managen. Hier stellt sich natĂŒrlich auch wieder die Frage des Transports und sollte im besten Falle durch ein GepĂ€ckstĂŒck pro Kind geregelt werden, das dieses auch selbst tragen kann. Alternativ wurde mir nun noch der Tipp gegeben, dass ich mein ReisegepĂ€ck mit der Deutschen Bahn an den Urlaubsort schicken könnte. Ohne hier etwas Negatives ĂŒber einen Dienstleister sagen zu wollen, kamen bei mir persönlich bei dem Gedanken spontan gemischte GefĂŒhle auf.

Weniger ist mehr

Egal wie und mit wem du verreist – in jedem Fall ist es sinnvoll, dir bewusst zu machen, dass weniger beim UrlaubsgepĂ€ck definitiv mehr ist. Klassische Spielsachen werden im Urlaub so gut wie gar nicht benötigt. Stattdessen sind fĂŒr uns ein großer Stapel mit weißen BlĂ€ttern und Stifte dafĂŒr unerlĂ€sslich. Die eignen sich nicht bloß zum Malen, sondern auch fĂŒr viele Spiele wie KĂ€sekĂ€stchen oder Stadt, Land, Fluss. Ebenso wird Sandspielzeug meist ĂŒberbewertet und vieles kann am Urlaubsort zum Spielen im Sand einfach umfunktioniert werden. Beim Thema Kleidung scheiden sich die Geister: NatĂŒrlich ist es schön die Sommersachen endlich mal ausfĂŒhren zu können – gerade nach dem bisher bescheidenen Sommer in DĂŒsseldorf. Aber eigentlich nehmen wir grundsĂ€tzlich zu viel mit und oft wĂŒrde auch die HĂ€lfte reichen. Am Urlaubsort gibt es bestimmt eine Möglichkeit zu waschen. Sogar viele CampingplĂ€tze verfĂŒgen mittlerweile ĂŒber Waschmaschinen. Alternativ kann das gute alte Handwaschmittel aus der Tube herhalten. BĂŒcher sind etwas, das unser ReisegepĂ€ck jeden Sommer ĂŒber alle Maßen schwerer macht. Auch hier wieder eine Grundsatzfrage, ob man sich durch einen E-Book-Reader Erleichterung verschaffen möchte. FĂŒr mich persönlich sind diese Extrakilos eine einkalkulierte und gern genommene Zusatzbelastung fĂŒr meinen RĂŒcken.

In Ruhe packen

Aber egal was gepackt wird, wer es packt und ob es anhand einer gut strukturierten und geprĂŒften Liste oder eher chaotisch spontan passiert – am wichtigsten ist es, sich von dem Thema nicht verrĂŒckt machen zu lassen und ihm vor allem keinen Raum zu geben, der Auslöser fĂŒr einen Familienstreit zu werden! Das gelingt vor allem, wenn das Packen nicht in allerletzter Sekunde und im Beisein aller Familienmitglieder geschieht. Vielleicht gehen die Kinder am Tag vor der Abreise nochmal zu den Großeltern oder einer Freundin oder ihr verlagert das Packen in den Abend, womöglich mit einem erfrischenden KaltgetrĂ€nk und schöner Musik dazu. Denn eins ist sicher: Die Energie, die ihr jetzt spart, könnt ihr garantiert noch gut auf der Reise in den Urlaubsort gebrauchen.

In diesem Sinne: Gutes Packen!

Im Mittelpunkt der Familie

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