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Entschuldigung, wo ist der Pause-Knopf?

Es ist ein normaler Donnerstagnachmittag. Das Wochenende ist in Sicht, aber der Alltag hat einen noch im Griff. 

Illustration einer Batterie, die im Bett liegt

David Ulc

23.06.2026

Lesezeit 2 Minuten

Ich habe die Jungs gerade abgeholt. Wie immer mit dem Rad, damit es schneller geht. Zu Hause: ausziehen – Schuhe, Jacke –, Hände waschen. Eine Routine, die so gelernt ist wie das Einmaleins. Als wir uns setzen wollen, klingelt mein Handy. Wenn Meeting, Nachmittagssnack und ich gleichzeitig stattfinden müssen, stürzt das System ab. Ich fühle mich, als würde zu viel passieren in zu wenigen Stunden. Als ob jemand jeden Tag die Zeit vorstellt, mehrfach. 

Ich funktioniere – doch ab und zu auf meine eigenen Kosten. Ich beobachte meinen Körper dabei, wie er alles macht, was getan werden muss. Und es klappt. Die Kinder scheinen glücklich und versorgt. Doch ich merke, was es kostet, präsent zu sein. Ich schaue auf meinen inneren Akku. Er hält noch, aber die Prozentanzeige könnte höher sein. „Beschäftigt euch bitte kurz allein, ich brauche eine Pause.“ Kurz verschnaufen wollen – das ist eine Wahrheit, die viele denken, aber wenige sagen. Nicht, weil es peinlich ist. Sondern, weil es schnell so klingt, als müsse man sie rechtfertigen. Hier liege ich also im Bett, die Kinder spielen, es klappt – yes! Ich wünschte, ich könnte so lange auf Pause drücken, wie ich möchte. 
R U H E.

Vater mit zwei Kindern im Aussichtsturm Look 360° Panorama über Oberkassel

Der Kolumnist

David Ulc lebt im Düsseldorfer Süden, hat zwei Kinder und ist alleinerziehend. Seine Kolumne ist ein persönlicher Blick auf Vaterschaft im Alltag – und darauf, wie sich sein eigenes Leben darin verändert.

Die Gedanken kreisen um alles und nichts …einatmen … ausatmen … was gibt’s zum Abendessen? … Kein Thema für jetzt … einatmen … ausatmen. Mein Kopf gehört wieder nur mir, herrlich. 

Es klopft. 
Papa …
Papa …
Papa …
Pa… 

Das vierte „Papa, komm mal“ an der Tür zerschneidet die Idylle im Kopf. Und ich bin wieder im Jetzt. Zeit, aufzustehen. Immerhin ist es schon nachmittags. 

Es gibt Momente, da bin ich einfach erschöpft und brauche eine Pause. Ich brauche sie nicht, weil etwas schiefgegangen ist. Sondern weil alles läuft. Dass es funktioniert, kann man bei uns sogar hören. Das Leben passiert im eingespielten Rhythmus, auch wenn der Geist bereits im Feierabend-Modus ist. Ein 25/7-Job eben. Frische Luft und Bewegung helfen, sagt man ja oft. Also geht’s raus. Es reicht oft, einfach nur vor die Tür zu gehen, um über Nachbarn mitsamt Kindern zu stolpern – vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Fast wie eine Veranda aus amerikanischen Filmen: Alle versammeln sich, irgendwer bringt Snacks und Kaffee, irgendwer gute Laune. Zwischen Kreidekritzeleien, Sonnenstrahlen und bester Gesellschaft kann sich Funktionieren auch so leicht anfühlen. Bis das Koffein nachlässt. Und die Müdigkeit der Kinder den Spieltrieb einholt. Zeit, reinzugehen. 
In weniger als einer Episode auf dem 8-Zoll-Tablet steht das Abendessen bereit. Nach dem Abendessen frage ich meine Kinder, ob sie am Wochenende etwas machen wollen. „Es ist schulfrei. Und du musst nicht arbeiten. Können wir dann am Wochenende zusammen spielen?“ Ja, können wir. Aber vorher bitte ausschlafen. Am besten bis Sonntagfrüh, wenn’s geht. Man wird ja noch träumen dürfen.

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