Ich habe die Jungs gerade abgeholt. Wie immer mit dem Rad, damit es schneller geht. Zu Hause: ausziehen – Schuhe, Jacke –, Hände waschen. Eine Routine, die so gelernt ist wie das Einmaleins. Als wir uns setzen wollen, klingelt mein Handy. Wenn Meeting, Nachmittagssnack und ich gleichzeitig stattfinden müssen, stürzt das System ab. Ich fühle mich, als würde zu viel passieren in zu wenigen Stunden. Als ob jemand jeden Tag die Zeit vorstellt, mehrfach.
Ich funktioniere – doch ab und zu auf meine eigenen Kosten. Ich beobachte meinen Körper dabei, wie er alles macht, was getan werden muss. Und es klappt. Die Kinder scheinen glücklich und versorgt. Doch ich merke, was es kostet, präsent zu sein. Ich schaue auf meinen inneren Akku. Er hält noch, aber die Prozentanzeige könnte höher sein. „Beschäftigt euch bitte kurz allein, ich brauche eine Pause.“ Kurz verschnaufen wollen – das ist eine Wahrheit, die viele denken, aber wenige sagen. Nicht, weil es peinlich ist. Sondern, weil es schnell so klingt, als müsse man sie rechtfertigen. Hier liege ich also im Bett, die Kinder spielen, es klappt – yes! Ich wünschte, ich könnte so lange auf Pause drücken, wie ich möchte.
R U H E.