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Wachsen in der Elternzeit

Nicht immer nehmen Eltern nur das übliche, zum Elterngeld passende Jahr Elternzeit – so manche, meist Mütter, entscheiden sich für eine längere Auszeit zur Begleitung der Kinder bis zum Einstieg in die Schule. Wie gelingt dann der berufliche Wiedereinstieg für sie? 

Frau mit Laptop und Kaffeetasse auf dem Sofa

Christina Posser

27.01.2026

Lesezeit 4 Minuten

Rechtlich stehen den Eltern drei volle Jahre für jedes Kind zu, die flexibel zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden können. In diesem gesetzlich geregelten Rahmen können berufstätige Mütter und Väter aus dem Job aussteigen – der Arbeitgeber muss nach der Rückkehr einen gleichwertigen Arbeitsplatz anbieten. Wird die Mutter in der Elternzeit erneut schwanger, beendet sie die Elternzeit mit dem Start des Mutterschutzes, und kann anschließend erneut Elternzeit für das neue Kind nehmen. Wenn dann nach mehreren Jahren Elternzeit, in denen das Familienleben im Mittelpunkt stand, der berufliche Wiedereinstieg wieder näherrückt, gehen mit diesem Schritt Erwartungen, Unsicherheiten und neue Chancen einher. Zwischen gewachsenen Kompetenzen aus dem Familienalltag und veränderten Anforderungen im Job beginnt eine spannende Phase der Neuorientierung.

Rückkehr oder Neustart? 

Nicht nur der Zeitpunkt des Wiedereinstiegs muss gewählt werden. Nicht weniger wichtig ist die Jobtätigkeit. Geht man in den alten Job zurück oder steht ein Jobwechsel nach der Elternzeit an? Denn auch wenn Arbeitgeber:innen den zurückkehrenden Arbeitnehmer:innen einen gleichwertigen oder ähnlichen Arbeitsplatz anbieten müssen, nutzen viele die Elternzeit, um sich neu zu orientieren. Eine von Stepstone initiierte Studie  aus dem Jahr 2023 mit 2000 befragten berufstätigen Eltern mit Kindern unter zehn Jahren zeigt einen Trend: Nur knapp die Hälfte der Mütter kehrt in ihren früheren Job zurück. Zu Klärung dieses ersten Schrittes ist das neutrale und kostenfreie Beratungsangebot „Berufsberatung im Erwerbsleben“ eine gute Anlaufstelle. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit bietet die IHK Düsseldorf Interessierten, die ihren beruflichen Weg neu gehen möchten, eine fundierte Orientierung. Sei es die Rückkehr nach der Elternzeit, eine berufliche Neuorientierung, Weiterbildung oder die Anpassung an veränderte berufliche Anforderungen.  Die Beratung findet jeden dritten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr direkt im Düsseldorfer IHK-Forum an der Karlstraße statt. Verschiedene Themen kommen hier zur Sprache: beruflicher Wiedereinstieg, passende Weiterbildungen, Qualifizierung, Umschulung, Fördermöglichkeiten und Hilfe bei Bewerbungs- oder Berufsstrategie nach einer Auszeit. Im Rahmen der Fachkräfteoffensive setzt NRW auch auf die Teilzeitberufsausbildung, die gerade (alleinerziehenden) Elternteilen die Möglichkeit bietet, ihre bereits begonnene Ausbildung abzuschließen oder eine Ausbildung trotz Kinderbetreuungszeiten zu beginnen. Auch an den i-Punkten „Arbeit“ in Eller/Hassels-Nord, Oberbilk/Flingern, Rath/Mörsenbroich, Wersten/Holthausen und Garath gibt es kostenlose Informationen und niederschwellige Unterstützung bei der beruflichen (Neu-)Orientierung. Das spezielle Angebot „Wiedereinstiegswege“ der Agentur für Arbeit zeigt, wie Eltern nach einer familienbedingten Pause Schritt für Schritt ins Berufsleben zurückfinden können.  Unterstützt werden Wege zurück in den alten Beruf, aber auch Neuorientierung oder Weiterbildung – je nachdem, was zur persönlichen Situation passt. Interessierte erhalten hier Infos zu passenden Weiterbildungen und Qualifizierungen. Mit dem Berufscheck oder Orientierungshilfen lässt sich die eigene Situation realistisch einschätzen. „Die Beratung richtet sich ausdrücklich auch an Eltern und Rückkehrende“, betont Julia Klein, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Die Infoveranstaltungen stehen allen offen und finden jeden ersten Mittwoch im Monat außerhalb der Schulferien von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr an der Grafenberger Allee statt. Im Kreis Mettmann können sich Wiedereinsteigerinnen über das Netzwerk W informieren und beraten lassen. Die Beratungsangebote sind kostenlos, vertraulich und persönlich abgestimmt. „Wir bieten Unterstützung und Begleitung beim Wiedereinstieg sowie bei der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege“, erklärt Landrätin Dr. Bettina Warnecke. Dazu finden regelmäßig offene Sprechstunden statt.

So gelingt die Rückkehr 

Die Rückkehr in den Beruf gelingt oft besser, wenn nicht alles im Sprint passieren muss. Ein gutes Gespräch mit dem Arbeitgebenden noch lange, bevor das Ende der Elternzeit ansteht, ist in jedem Fall ratsam und kann Klarheit schaffen. Welche Arbeitszeiten kann ich haben? Wie zeitlich flexibel kann mein Arbeitsplatz gestaltet werden? Werde ich meine alte Stelle zurückbekommen oder eine gleichwertige? Was werden meine Kernaufgaben sein? Denn nur mit ausreichend Informationen ist es möglich, sich auf die zukünftige Lebensrealität vorzubereiten und manchmal auch auszuloten, ob es überhaupt ein Zurück geben kann. Wer zudem realistische Erwartungen setzt, weiß, dass die ersten Wochen eine ganz neue Herausforderung sind, dass Betreuung ausfallen kann, dass Zeitmanagement neu gedacht und auch innerhalb der Familie flexibel gestaltet werden muss. Vorplanung ist ein elementarer Ansatz für einen gelassenen Wiedereinstieg, ebenso klare Absprachen innerhalb der Familie und auch mit den Arbeitgebenden.

Gut beraten 

Um den Wiederanstieg beim alten Arbeitgeber gut zu meistern und keine Nachteile zu erleben, kann professionelle Beratung helfen. Die spezialisierte Meerbuscher Anwältin Christin Herken gründete 2018 die Rechtberatung „Mom’s Law“, und steht seitdem besonders Müttern bei der Rückkehr aus der Elternzeit zur Seite: „Unser Ziel ist es, Frauen dabei zu helfen, ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen – für eine faire, moderne und familienfreundliche Arbeitswelt.“ Für die konkrete Begleitung bietet sie spezielle Online-Seminare an: „Wir richten uns an Mütter und Väter in Elternzeit, die sich konkrete Gedanken über den Wiedereinstieg in den Job machen. Der ideale Zeitpunkt ist vier bis sechs Monate vor der geplanten Rückkehr.“  Inhaltlich geht es um Fragen wie „Habe ich ein Recht auf meinen alten Job?“, außerdem wird über verschiedene Teilzeitmodelle aufgeklärt (Teilzeit in Elternzeit, Brückenteilzeit und normale Teilzeit) und die entsprechenden Vor- und Nachteile.

Besondere Qualitäten von Eltern als Arbeitnehmer 

Eine Erkenntnis, die sich beim Wiedereinstieg immer wieder zeigt: Die Zeiten mit dem Kind zu Hause sind nicht nur Berufspausen, sondern vor allem Lern-, Erkenntnis und Entwicklungszeiten. Denn Eltern haben Kompetenzen erworben, die im Beruf hochgradig relevant sind. Neben Organisationgeschick, Multitaskingfähigkeiten und Empathie, können gerade Eltern geduldig auf verschiedenste Bedürfnisse zur gleichen Zeit reagieren und legen eine Gelassenheit und ein Bewusstsein für Prioritäten an den Tag, die Nicht-Eltern manchmal fehlen. Aus Arbeitgebersicht können gerade Eltern einen unglaublichen Mehrwert leisten. Oft sind sie effizienter bei der Arbeit, da in vielen Teilzeitstellen vollzeitnah gearbeitet wird, weil, besonders Mütter, einfach gelernt haben, ihre Aufgaben mit Präzision und Tempo zu erfüllen. Zudem sind sie ein Gewinn für ein Team – Konfliktmanagement und klare Kommunikation sind Dinge, die man in keiner Situation so gut lernt wie in einem Streit unter Geschwistern oder in Aushandlungsprozessen mit Partnern und Familie. Immer mehr Unternehmen wissen um diese Qualitäten  und suchen gezielt nach Müttern als Arbeitnehmerinnen.

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