Pauline Neumann
ist diplomierte Ökotrophologin und Heilpraktikerin und begleitet als psychologische Beraterin und Ernährungscoach bei Allergien, Essstörungen und Prävention in Düsseldorf und Mönchengladbach.
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Ökotrophologin Pauline Neumann erklärt im Interview Hintergründe und gibt Tipps zu Ernährungsfragen.
Warum fremdeln Kinder mit einer Geschmacksvielfalt?
Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen: Kinder haben eine Präferenz für milde Geschmäcker wie Nudeln. Sie bevorzugen Lebensmittel mit klarer Textur und vorhersehbarem Geschmack. Mischgerichte oder „Gematschtes“ verunsichern mit einer sensorischen Überforderung meistens. Es gibt auch evolutionäre Gründe. Bitterstoffe signalisierten in der Evolution „giftig“. Deshalb lehnen Kinder Bitteres (zum Beispiel Brokkoli, Rucola), Gemüsesoßen für Nudeln oder Zugaben von Gemüse oft stärker ab als Erwachsene.
Wie kann man Kindern gesundes Essen wie Obst und Gemüse schmackhaft machen?
Da wären folgende wissenschaftlich fundierte Strategien zu nennen: Zunächst die Repeated Exposure, womit wiederholtes, entspanntes Anbieten gemeint ist. Kinder müssen ein neues Lebensmittel acht- bis 15-mal probiert haben, bevor sie es akzeptieren. Role Modeling bedeutet, dass wenn die Eltern als Vorbild regelmäßig Gemüse und Obst essen, die Akzeptanz deutlich steigt. Außerdem sollte das Gemüse „entdramatisiert“ und einfach beiläufig und immer wieder angeboten werden. Darüber hinaus erhöhen die Beteiligung der Kinder die Wahrscheinlichkeit und Neugier, dass sie von allem auch essen möchten – also sie beim Einkaufen und beim Kochen einzubinden, sie zum Beispiel Obst und Gemüse selbst aussuchen und dann auch schneiden zu lassen (mit Kindermesser). Eine weitere Strategie liegt im Pairing mit beliebten Lebensmitteln, das heißtGemüse wird in Pfannkuchen, Vollkornnudeln mit Gemüsesauce (püriert oder stückig), Rohkost + Dip (Hummus, Joghurt) angeboten. Die „Ein-Löffel-Regel“ meint, mit nur einem kleinen Probierhappen zu beginnen, und wenn das Kind Akzeptanz zeigt, die Menge später zu steigern.
Sollten man Kindernahrung mit Ergänzungsmitteln wie Vitamin D, Omega 3 und anderen Mikronährstoffen supplementieren?
Vitamin D empfehlen alle Fachgesellschaften in Deutschland für Babys bis zwölf Monate. Darüber hinaus zeigt es sich häufig weiterhin sinnvoll, insbesondere im Winter, denn viele Kinder haben wegen mangelnder Sonne niedrige Werte. Die Dosierung ist altersabhängig (meist 400–600 IE/Tag). Zu beachten ist, dass keine hohe Dosis ohne Arztkontrolle verabreicht werden sollte. Wichtig vor allem für die Entwicklung von Gehirn und Augen ist Omega 3 (DHA/EPA), wenn kein fetter Fisch (zum Beispiel Lachs) gegessen wird. Studien zeigen: Moderate Supplemente können Konzentration und Entzündungsparameter verbessern. Algenöl ist für vegetarische Familien empfehlenswert. Allerdings sollte das auch immer vorsichtshalber mit einem Kinderarzt abgesprochen werden. Auch ist es altersabhängig. Multivitamine oder Mikronährstoffe braucht ein gesundes Kind mit ausgewogener Ernährung meist nicht. Sie sind nur bei sehr einseitiger Ernährung („Selectives Eating“) sinnvoll, bei bestimmten Erkrankungen, in Wachstumsphasen oder bei schlechter Eisenversorgung (das kommt häufig vor!) wichtig. Eisen niemals ohne Blutbild und Absprache mit dem Kinderarzt geben. Eine Überdosierung kann ernsthafte Folgen für den Organismus haben. Bei diesen und weiteren Supplementen sollte man sich sowieso immer besser vorher mit dem behandelnden Arzt beraten.
Das Gespräch führte Andrea Vogelgesang.
ist diplomierte Ökotrophologin und Heilpraktikerin und begleitet als psychologische Beraterin und Ernährungscoach bei Allergien, Essstörungen und Prävention in Düsseldorf und Mönchengladbach.
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