Bevor es losgeht mit unserem Interview, drückt Heike mir ihr Handy in die Hand und erzählt ihrer Insta-Followerschaft, was gerade dran ist bei ihr: Die Libelle ist da, und sie ist gespannt auf das Gespräch. Wir probieren es mehrmals, denn erst ist Heike nicht zufrieden, beim nächsten Mal vertue ich mich und nehme doch nicht auf, der letzte Take sitzt. Faszinierenderweise unterscheidet sich die Heike im Aufnahme-Modus nicht im mindesten von der Frau, die mir dann ohne Kamera gegenübersitzt. Was die Kamera aber nicht vollends einfangen kann: wie offen und empathisch Heike Menschen begegnet, wie unaufgeregt und smooth sie sich in neue Situationen begibt. Aber beginnen wir ganz von vorn: Als junges Mädchen hat Heike schon Freude daran, Kindergruppen zu leiten. Ihre Mutter verliert sie früh, Heike steht deshalb notgedrungen schnell auf eigenen Füßen und fühlt sich zu einem Beruf im sozialen oder medizinischen Bereich hingezogen. Ihr Sozialpädagogik-Studium finanziert sie sich als studentische Hilfskraft in verschiedenen Kliniken: „Man konnte damals auch in dieser Position eigenverantwortlich arbeiten, und ich habe meine Aufgaben sehr ernst genommen und dabei viel gelernt.“ Aus dieser Zeit stammt ihr Respekt vor der Arbeit von Mediziner:innen, Pflegenden und Hebammen. Ihr weiterer Weg führt die Dipl.-Sozialpädagogin nach Köln in die JVA Ossendorf, wo sie junge Frauen begleitet, später tritt sie eine Stelle in einem Internat an. Als Heike ihren ersten Sohn erwartet, stürzt sie sich begeistert ins Muttersein und nimmt alles an Kursen und Fortbildungen mit, was ihr über den Weg läuft, denn: „Du wirst auf so viele Dinge im Leben vorbereitet, aber auf so eine essenzielle Sache nicht: was es heißt, Eltern zu werden.“ Genau diesen Kurs, der ihr gefehlt hat, entwickelt sie dann zusammen mit einer Freundin. Ihr Einstieg ins Coaching-Leben verläuft sehr erfolgreich – Heike hat gute Ideen und reagiert kreativ auf Wünsche, die an sie herangetragen werden: „Unsere Waldgruppen entstanden zum Beispiel, weil die Kinder aus den ersten Kursen bei mir gern weitermachen wollten. Ich dachte mir: Dann gehe ich mit ihnen raus in die Natur!“
Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren
YouTube immer entsperren? Passen Sie ihre Einstellungen an.