„Beim [wa:|wa:] geht es allerdings nicht ausschließlich darum, anderen beim Tanzen, Singen oder Vortragen zuzuschauen oder zuzuhören“, erklärt Petra Kron, künstlerische Leiterin von Kabawil. „Vielmehr steht bei uns traditionell das Mitmachen im Mittelpunkt.“ Darüber hinaus seien Begegnung, Gemeinschaft und Austausch wichtig. „Wir laden alle ein, uns während des Festivals in Flingern zu besuchen“, so Kron.
Das Motto lautet: pflanze!
„Mensch und Pflanze verbindet seit jeher eine besondere Beziehung“, erklärt Petra Kron dazu. Gerade wenn man an die eigene Kindheit zurückdenke, seien diese unbeschwerten Tage oft gedanklich mit Bäumen, Blumen und sonstigem Grün verbunden. Es können Kränze aus Gänseblümchen sein, die man im Haar trug und die einem im Kopf geblieben sind. Die Trauerweide, deren herabhängende Zweige man zum Schaukeln nutzte. Das intensive Blau der Kornblumen am Rand von Getreidefeldern. Oder der Geschmack von Sauerampfer. Jenseits von Schönheit oder Geschmack erfüllen Pflanzen in den Zeiten des Klimawandels allerdings eine noch wichtigere Funktion: durch Schattenwurf und Verdunstung kühlen sie die Luft und machen so gerade in Städten, in denen viele Flächen versiegelt sind, das Leben erträglicher. „Nach den Hitzeperioden 2026 ist unser Jahresmotto also aktueller denn je“, findet Petra Kron.
Eröffnet wird das Festival am Samstag, den 12. September mit einem wie immer umfangreichen Programm. Ab 19 Uhr stehen die Abschlusspräsentationen der MasterClass Music und der Masterclass Tanz auf dem Programm. Die Foto-Ausstellung „antropo:scene“ in der Hofeinfahrt widmet sich – passend zum Jahresmotto – „Landschaften von heute – von Menschen geprägt“. Gezeigt werden Arbeiten des Düsseldorfer Fotografen Nyani Quarmyne und des Ghanaischen Künstlers Frank Kwame Adoboe. Im Innenhof wird parallel Fenster-Malerei von 14 Künstler:innen gezeigt. Bereits für den Nachmittag, Start: 16 Uhr, sind unter anderem eine interaktive Stand-up-Poetry-Performance und ein DJ-Set mit Olu geplant. Und auch die lukullischen Genüsse werden keinesfalls zu kurz kommen. Unter anderem stehen Samosas und Pakoras auf dem Speiseplan.
Von Baum zu Baum spazieren
Wie bereits in den vergangenen Jahren ist auch für die jüngste Festival-Ausgabe wieder ein Flingern Walk vorgesehen. Unter dem Titel „Von Baum zu Baum“ führt der Baum-Experte Alexander Wezel die Teilnehmenden zwischen den beiden Festival-Wochenenden am Mittwoch, dem 16. September ab 18 Uhr unter anderem zu den ältesten Platanen der Stadt am Hermannplatz und zum Jahrtausend-Baum Ginko Biloba auf der Hoffeldstraße. Außerdem wird die Geschichte der „Baum-Immigrantin“, einer Feige auf der Dorotheenstraße, beleuchtet. An den einzelnen Stationen finden Performances statt. Der Rundgang endet mit einem Pflanzenkonzert mit Stadtbäumen im Innenhof von Kabawil. Wer an dem circa zweieinhalbstündigen, kostenlosen Walk teilnehmen möchte, kann sich unter ogboko [at] kabawil.de anmelden. Der Treffpunkt wird nach Anmeldung bekannt gegeben.
Konzert und Yoga
Für die Matinee am Sonntag, den 20. September wurden ebenfalls zahlreiche Programmpunkte zusammengestellt. So wird ab 12 Uhr ein Cello-Konzert im Birkenwäldchen des Kabawil-Innenhofs erklingen. Wer mag, kann an einer Yoga-Session oder einer offenen Chorprobe teilnehmen. Bei der Pflanzen- und Samen-Tauschbörse können eigene Samen abgegeben und neue mit nach Hause genommen werden. Im Rahmen eines Workshops werden zudem Naturstudien in Kohle und Graphit gezeichnet. Und Haru Specks wird gleich zwei Vinylpredigten halten. Für Essen und Getränke ist ebenfalls gesorgt, unter anderem ist Brot mit selbstgemachten pflanzlichen Aufstrichen zu haben.
12.9., ab 16 Uhr: Eröffnungstag
13.9., ab 11 Uhr: Familientag
16.9., 18 Uhr: Flingern Walk (Teilnahme nach Anmeldung)
19.9., ab 13 Uhr: Nachbarschaftstag
20.9., ab 12 Uhr: Matinee
Sämtliche Angebote sind kostenfrei.
Das gesamte Programm gibt es auf Instagram: kabawil_ev