In der Turnhalle der Waldorfschule geht es an diesem Donnerstag lustig zu – zuerst tanzt eine Gruppe Mädchen zwischen fünf und zwölf Jahren unter der Anleitung von Trainer Sean Gavan einige Runden in Softshoes, auf den Bänken sitzen Eltern, in einer Ecke hat sich der kleine Sohn von Libelle-Herausgeberin Natalie einen Ball geschnappt. Als sich Sean eine kleine Anfängerin schnappt und mit ihr noch einmal die Schrittfolge durchgeht, übt das Mädchen ihre Schritte im Anschluss allein – mit einem Spickzettel in der Hand. Nun versucht Sean, Natalies Tochter aus der Reserve zu locken. Sean weiß, wie er es anstellen muss: „Würdest du es versuchen, wenn ich dir eine rote Socke gebe?“ Auch Natalie bekommt die rote Fußbinde und Sean übt mit ihnen die ersten Grundschritte. Und weil man sich am Anfang wirklich nicht alles merken kann, hat er auch für Natalie und ihre Tochter am Ende einen Spickzettel. Schriftführerin Jana Wintraeken erklärt mir: „Wir machen uns alle Notizen und üben damit die Schrittfolgen erst ohne Musik, denn sonst ginge am Anfang alles viel zu schnell.“
Eine Show schlägt Wellen
Der traditionelle Irish Dance umfasst verschiedenste Stile, die man allein, als Paar oder auch in der Gruppe tanzen kann. Weltweit bekannt wurde Irish Dance durch Bühnenshows wie „Riverdance“ oder „Lord of the Dance“. Riverdance begann als Tanzeinlage beim Eurovision Song Contest, der 1994 in Dublin stattfand. Aus dem Pausenfüller entstand eine abendfüllende Show, die für ausverkaufte Theater sorgte. Nur wenige Monate später trennten sich die Urheber Bill Whelan und Michael Flatley; Letzterer produzierte Lord of the Dance im Alleingang. Beide Shows sind nach wie vor auf Tour, Riverdance macht Anfang März in unserer Ecke Station.
Wie funktioniert Irish Dance?
Getanzt wird zu typisch irischer Musik, mit Softshoes oder Hardshoes. Die Tänze haben eine festgelegte Abfolge, man lernt also eine bestimmte Choreografie, die sich allerdings von Tanzschule zu Tanzschule unterscheiden kann. Das macht aber nichts, denn bei Wettkämpfen tanzt man dann einfach seine Version: „Das sagt uns Sean immer wieder: Guckt nicht auf die anderen, konzentriert euch auf eure Schritte!