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Was geht ab?

Besonders in den ersten Jahren soll Musik kleine Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen, den Spracherwerb fördern, Bewegung und Motorik animieren. Simple Melodien, einfache Texte. Und danach? Mögen wir Eltern selbst noch mehr oder weniger übergangslos in die gängigen Charts gewechselt sein, wurde die Marktlücke für Musik für Grundschüler mittlerweile erkannt. 

DIKKA Nashorn mit Ghettoblaster, Hintergrund blau

Aus der Redaktion

03.09.2026

Lesezeit 3 Minuten

Kindermusik ist mittlerweile sehr divers und besonders in der Sparte für ältere Kinder durchaus komplex. Sie soll die kleinen Hörer:innen verstehen und repräsentieren. Das schafft nur, wer sich ernsthaft mit dem auseinandersetzt, was Kinder beschäftigt. Sich traut auch mal schwierige Themen aufzugreifen und gerade vor Eltern, als Sprachrohr der Kinder, die Haltung vertritt, dass man auch mal frech und albern sein darf. Am 3. Oktober ist Kindermusiker DIKKA in Düsseldorf. Hier stellt er sich einigen Fragen.

Du bist als rappendes Nashorn unterwegs und füllst die größten Hallen des Landes. Wie kam eigentlich die Idee zu DIKKA?

Eine kleine Nashornfreundin hat mich gefragt, ob wir nicht mal coole Kinderlieder hören können. Und schon nach kurzer Recherche war mir klar, dass da wirklich etwas fehlt. Musik für Kinder auf Augenhöhe, Musik für die ganze Familie – die Möglichkeit, dass alle zusammen im Auto mit runtergelassenen Scheiben und Sonnenbrille mithören können, ohne dass eine der beiden Parteien nach kurzer Zeit das Handtuch wirft. Ich habe das alles schon ab 2018 geplant und in mir wirken lassen. Richtig raus wollte es dann kurze Zeit danach

Warum ist Rap so ein gutes Format für Kindermusik?

Rap ist an sich ein sehr gutes Format, denn man kann seine Gefühle super auf den Punkt bringen. Man hat textlich sehr viele Möglichkeiten, tolle Sachen zu sagen. Dadurch, dass es sich reimt, können die Kinder sich das noch viel besser merken. Außerdem ist Rap die Musik unserer ganzen Generation – wir sind alle mit ihr aufgewachsen. Ich freue mich unfassbar zu sehen, dass sie jetzt eine Generation weiterhüpft. Und alle Eltern können ihren Kindern zeigen, was sie selbst als Kind am meisten gefeiert haben. Das ist ein sehr schönes Gefühl.

Viele Eltern suchen nach Musik abseits der üblichen Kinderlieder. Was macht DIKKA anders?

Kinder werden heutzutage viel zu selten ernstgenommen. Wenn ich mit dem Anspruch herangegangen wäre, einfach „Kindermusik“ zu machen – 
wäre es anders ausgegangen. So ist es durch die Bank ernstzunehmende Musik für Klein und Groß. Alle Instrumente werden live eingespielt. Die Musik soll zeitlos sein – und die Kinder sind offensichtlich sehr dankbar, dass sie endlich ernst genommen werden. Sowohl in den Texten als auch in der Musik.

Achtest du beim Schreiben darauf, Eltern und Kinder gleichermaßen abzuholen? 

Ich schreibe die Lieder in erster Linie für die Kinder. In allen Erwachsenen schlummert auch immer noch ein Kind – aber meistens klingelt da keiner mehr und fragt, ob das Kind runterkommen möchte zum Spielen. Bei DIKKA haben auch die ganz großen Kinder das Gefühl, endlich wieder mitspielen zu dürfen. Mit einem Frechmaulnashorn wird es nie langweilig. Alle Supermamas, Superpapas, Superomas, Superonkel, Superschwippschwager feiern mit. Die Großen werden das ein oder andere musikalische Zitat entdecken, mit dem sie selbst vor der Boombox aufgewachsen sind – und dann beobachte ich, wie sie Rap-Musik an ihre nächste Generation weitergeben. Eine Erinnerung, die alle zusammen teilen können. Friedlich, frech, mutig, bunt und glücklich.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen – und gibt es Themen, die du erst gar nicht anpacken wolltest, die dann aber doch wichtig wurden?
 

Das sind eigentlich alle Themen, die Kinder stark und selbstbewusst machen und ihnen ein kleines Schweizer Taschenmesser mit auf den Weg geben, mit dem sie sich in der Welt da draußen besser zurechtfinden und verteidigen können. Lieder wie „Nein heißt Nein“, „Ich bin Ich“, „Traurigkeit“ oder „Zusammen“ haben etwas sehr Inkludierendes und zeigen den Kindern, dass sie toll so sind, wie sie sind – und dass sie sich nicht für andere verstellen müssen, um gemocht zu werden. Das ist ja meistens sowieso eine Sackgasse. Ich möchte mich auf die Themen konzentrieren, die ich gerne früher als Kind auch gehört hätte. Leider gab es da noch kein rappendes Nashorn. Hätte ich wirklich gebraucht …

Mit Stücken wie „Nein heißt Nein“ werden auch ernste Themen kindgerecht verhandelt. Wie entscheidest du, welche Themen du angehst?

Die Themenauswahl entscheide ich komplett mit dem Bauch – mein inneres Kind spielt dabei eine extrem große Rolle. Es ist eine große Erleichterung zu sehen, wie gut Lieder wie „Nein heißt Nein“ bei den Kindern ankommen und wie viel Last sie auch den Eltern von den Schultern nehmen. Die Kinder vertrauen mir 100-prozentig, da ich einer von ihnen bin. Die Tatsache, dass sie die einzelnen Themen der Lieder als Schutz oder Lösungsvorschlag für ihre Probleme nehmen und daraus Selbstbewusstsein schöpfen – das macht mich unfassbar glücklich. Eltern schreiben mir oft, dass ich genau dahin komme, wo sie als Eltern niemals wirken könnten.

Welche Message möchtest du Kindern mit deiner Musik übermitteln?

Jeder ist ein Superkind! Das ist eure Welt und eure Zukunft! Bleibt immer schön frech und zeigt mit euren Herzen, wie toll ihr seid – dann könnt ihr alles schaffen. Ich glaube ganz fest an euch.

© DIKKA – Generic Interview für Regionalmedien 

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