Exotische Lebensräume wie die devonischen Riffe des rheinischen Schiefergebirges, die karbonischen Kohlensumpfwälder des Ruhrgebiets oder die Flachmeere des jurassischen Wiehengebirges und des kreidezeitlichen Münsterlandes bieten Einblicke in eine atemberaubende Vielfalt. Verschiedenste multimediale Rekonstruktionen machen dieses vielseitige Leben und dessen Umwelt erfahrbar.
Unter Schichten aus Zeit und Stein liegen Spuren einer Realität verborgen, die lange vor dem Menschen begann. Fossilien bewahren Augenblicke aus einer fernen Vergangenheit und eröffnen bis heute neue Fragen. Genau diese prähistorischen Schätze und spektakulären Fossilfunde rückt Nordrhein-Westfalen 2026 mit einer Paläontologischen Landesausstellung unter dem Titel „überLeben“ ins Zentrum.
Drei Aspekte an drei Standorten
Die Paläontologische Landesausstellung Nordrhein-Westfalen ist ein gemeinsames Projekt des LWL-Museums für Naturkunde in Münster, des Lippischen Landesmuseums in Detmold und des Ruhr Museums in Essen. Bis 2027 präsentieren die drei Museen unter der Dachmarke einer “paläontologischen Landesausstellung” jeweils eigenständige Einzelausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Jede Ausstellung beleuchtet ein spezifisches Zeitalter oder Thema, wie etwa das Paläogen und Neogen, Erdaltertum und -mittelalter oder die Eiszeit.
überLeben in der Eiszeit
Ruhr Museum Essen
bis zum 10. Januar 2027
Ständige klimatische Schwankungen stellten das Überleben von Tieren, Pflanzen und auch Menschen im quartären Eiszeitalter vor immer neue Herausforderungen. Die Ausstellung zeigt die beeindruckende Vielfalt an Lebensformen, die sich im Laufe der Jahrtausende in Nordrhein-Westfalen entwickelt hat, und die fortwährenden Anpassungen dieser Organismen an die sich wandelnden Umweltbedingungen. Mit einem modernen, multimedialen und interaktiven Konzept lädt die Ausstellung Besucher:innen dazu ein, diese Vielfalt von Landschaft und Leben in der Eiszeit zu entdecken und die komplexen Zusammenhänge zwischen Klima, Lebensräumen, Artenvielfalt und menschlichem Handeln besser zu verstehen.
Ruhr Museum
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
ruhrmuseum.de
überLeben zwischen Dinos und Schuppenbäumen
LWL-Museum für Naturkunde Münster
vom 10. Juli 2026 bis 5. September 2027
In ganz Nordrhein-Westfalen finden sich Spuren ausgestorbener Lebewesen - die ältesten sind rund 485 Millionen Jahre alt. Neben einheimischen Dinosauriern gibt es Nachweise von frühen Säugetieren, dem ältesten Plesiosaurier, den ältesten vollständig erhaltenen Fluginsekten und dem größten Ammoniten der Welt. Exotische Lebensräume wie die devonischen Riffe des rheinischen Schiefergebirges, karbonische Kohlensumpfwälder des Ruhrgebiets oder die Flachmeere des jurassischen Wiehengebirges und des kreidezeitlichen Münsterlandes bieten Einblicke in eine atemberaubende Vielfalt. Verschiedenste multimediale Rekonstruktionen machen dieses vielseitige Leben und dessen Umwelt erfahrbar.
LWL-Museum für Naturkunde
LWL-Museum für Naturkunde Münster
Sentruper Str. 285
48161 Münster
lwl-naturkundemuseum-muenster.de
überLeben – Walheimat Urmeer
Lippisches Landesmuseum Detmold
vom 26. September 2026 bis 4. April 2027
Nachdem die Herrschaft der Dinosaurier vorüber war, wurden die Säugetiere zur global dominanten Tiergruppe. Mit der Entwicklung der Wale, Seekühe und Robben haben sie sogar die Weltmeere erobert. Sie alle lebten einst auch in jenem warmen Flachmeer, welches das urzeitliche Nordrhein-Westfalen bedeckte. Während einige dieser Tiere für uns vertraut ausgesehen hätten, gibt es unter den Funden auch Arten, die aus heutiger Perspektive ganz und gar bizarr wirken. Originale Fossilien und Lebensdarstellungen lassen diese Vielfalt der damaligen Meeressäugetiere wieder auferstehen.
Lippisches Landesmuseum Detmold
Ameide 4
32756 Detmold
lippisches-landesmuseum.de