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Unser tÀglich Brot

Seit jeher hĂ€lt die Erde allen Lebewesen bereit, was sie zum Überleben brauchen. Das Nahrungsangebot von Mutter Natur knĂŒpft eine enge Verbindung zu ihr und macht uns zu einem Teil von ihr. Irgendwann im Laufe der Zeitgeschichte haben sich die Menschen vom Beerensammler und JĂ€ger zum Bauern entwickelt. 

asiatisches MĂ€dchen beißt in ein sehr großes Sandwich

Andrea Vogelgesang

12.06.2024

Lesezeit 3 Minuten

Es ist der erste Akt im Leben eines Neugeborenen, nach der Mutterbrust zu suchen, um mit krĂ€ftigem Saugen Hunger und Durst zu stillen und Geborgenheit und WĂ€rme zu spĂŒren. Liebe geht durch den Magen – von Anfang an. Auch auf religiöser Ebene steht das Essen als Voraussetzung fĂŒr die physische Existenz im Vordergrund. Noch vor moralisch-zwischenmenschlichen Fragen wie Schuld und Vergebung, beginnt das „Vater unser“ nach der einfĂŒhrenden Lobpreisung des Herrn mit der zentralen Bitte um die Gabe des tĂ€glichen Brots. Weltlich ausgedrĂŒckt sprechen wir von „Mutter Erde“, die seit Millionen von Jahren die Lebensbedingungen fĂŒr Mensch, Tier und auch Pflanzen bietet.

Von Sammlern zu Siedlern

In Bezug auf die Weltgeschichte erst vor Kurzem, nĂ€mlich gerade mal vor ungefĂ€hr 11 000 Jahren, fingen die Menschen mit dem Ackerbau an. Dieser Schritt machte unsere nach Beute jagenden und Beeren sammelnden Vorfahren von Nomaden zu Siedlern. ZunĂ€chst wurden Weizen, Mais und Reis angebaut. Mit der Entwicklung von PflĂŒgen, BewĂ€sserungssystemen und der Optimierung von Werkzeugen konnten im Laufe der Zeit grĂ¶ĂŸere AnbauflĂ€chen und damit immer mehr Ressourcen genutzt werden. Mit dem sesshaften Leben entstanden erste Dörfer und die Bevölkerung wuchs, wodurch ein höherer Bedarf an Nahrungsmitteln und AnbauflĂ€chen entstand. Dieser Prozess ist bis heute im Gange und lĂ€ngst ist Getreide Nahrungsgrundlage fĂŒr die Weltbevölkerung geworden. Jede Generation ĂŒberlĂ€sst der nĂ€chsten bildlich gesprochen den Acker, auf dem ihre Nahrung wachsen wird. Mit dem Anbau kamen auch die Zubereitung und Aufbewahrung von Speisen auf. Der Prozess vom Feld bis auf den Teller ist heute kaum noch im Bewusstsein der Menschen, sondern an fertig nett verpackte Produkte im Supermarktregal verloren gegangen. MĂŒhevolle Arbeitsschritte lassen sich hinter den lockenden Aufmachungen nicht mehr nachvollziehen, vor allem fĂŒr Stadtkinder.

Kinder in der KĂŒche

Das sieht Erzieherin Svenja Bauer kritisch und betont: „Wir lassen die Kleinen so viel wie möglich aktiv bei der Zubereitung von Mahlzeiten mithelfen. Die Kinder sollen nicht nur die Endprodukte kennen, sondern auch am Entstehungsvorgang teilhaben“. Und so gibt es viele fleißige BĂ€ckermĂ€dchen und -jungen, die am Brotbacktag Korn mahlen, Ingredienzien mischen, kneten und in den Ofen stecken. Nahrung spricht bei der Zubereitung alle Sinne an und schafft mit den HĂ€nden ein haptisches Erlebnis, ĂŒber die DĂŒfte wird der Geruchssinn verfeinert und am Ende beim Genuss werden die unendlich vielen Zellen fĂŒr den Geschmackssinn aktiviert, wenn wir uns das Essen sprichwörtlich im Munde zergehen lassen. Die WertschĂ€tzung von Nahrungsmitteln wird durch das aktive Mitmachen besonders gefördert. Neben dem Selbstmitmachen wirkt es auch schon anregend auf Heranwachsende, den Erwachsenen bei ihren Handgriffen in der KĂŒche zuzuschauen. In dem Kindergarten wird vor den Mahlzeiten auch ein Gebet gesungen: „Erde, die uns dies gebracht, Sonne, die es reif gemacht, liebe Sonne, liebe Erde, Euer nie vergessen werde.“ So werden die vielen Elemente, derer es bedarf, den Teller zu fĂŒllen, in Dankbarkeit bewusst gemacht. Julie ist Mutter von drei Kindern und betont, wie wichtig es ihr auch daheim von Anfang an war, dass Irma und ihre kleinen Schwestern Pola und Madlaina, Nahrungsmittel in ihrem Urzustand – getrennt voneinander – kennenlernen und sie nicht nur im Endzustand in einem Gericht vermischt serviert zu bekommen. „Bei unseren Mahlzeiten“, so Juli, „stehen immer viele SchĂŒsseln auf dem Tisch mit Gurkenscheiben, Möhren und Dips. Den Kindern bleibt also immer die Vielfalt der Bestandteile bewusst.

ErnÀhrung ist in

Das Thema ErnĂ€hrung ist in aller Munde – nicht nur wĂ€hrend des Kauens, sondern es ist „in“: Es gibt unzĂ€hlige ErnĂ€hrungstipps mit Varianten von Basis- ĂŒber Vollwert-, Bio- bis hin zu Gourmetspeisen. Im Fernsehproramm haben sich etliche Kochshows etabliert, wo um die Wette um das tollste Menu geschnitten und gerĂŒhrt wird. Köche mutieren zu Fernsehstars. Aus dem Überleben ist lĂ€ngst Überfluss geworden, zumindest in den großen Industrienationen, und das Feld von einst liegt heute nicht nur vor dem Dorf, sondern auch auf anderen Kontinenten. Eine Voraussetzung dafĂŒr, dass ein Großangebot an industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln die Regale herkömmlicher SupermĂ€rkte fĂŒllt – viel Ware fĂŒr wenig Geld und geringen Aufwand bei der Zubereitung zu Hause. Schmecken soll es und schön aussehen. Das geht so weit, dass Obst oder GemĂŒse, deren Aussehen nicht dem vorgegebenen Einheitslook entspricht, ungegessen seine Bestimmung verfehlt und auf dem MĂŒll landet.

Unsere Nahrung unser Schicksal

Der Arzt Dr. med. Otto Bruker war ein Verfechter der VollwerternĂ€hrung und schrieb in den Achtzigerjahren mehrere BĂŒcher zum Thema Essen und Gesundheit, in denen er sich mit ernĂ€hrungsbedingten Zivilisationskrankheiten auseinandersetzte. Er machte stets auf die Unterscheidung zwischen den Ursachen der Krankheit und den Ursachen der Symptome oder Beschwerden aufmerksam. Nur dann könne eine effektive Auseinandersetzung erfolgen. Er war der festen Überzeugung, dass ein Großteil der Entstehung von Krankheiten in der ErnĂ€hrung liege. Essen soll natĂŒrlich erst einmal schmecken und einen sinnlichen Genuss bereiten: Wir werden in der Serie das Thema ErnĂ€hrung vielfĂ€ltig und von vielen Seiten fĂŒr unsere Leser:innen zubereiten.

Im Mittelpunkt der Familie

Seit mehr als 20 Jahren informieren wir Eltern, Großeltern und alle, die mit Kindern leben oder arbeiten ĂŒber Neuigkeiten aus der Region, Veranstaltungen, Themen, Tipps und Angebote. Wir entdecken die Stadt und ihre Umgebung auch immer wieder neu – das Entdeckte teilen wir gerne mit euch.

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