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GĂŒnstig und gesund genießen

Das Angebot im Lebensmittelhandel ist breit gefĂ€chert, schmal allerdings gestaltet sich bei vielen Familien das Budget. Geld und auch Zeit sind entscheidende Faktoren, die deutlichen Einfluss auf ErnĂ€hrungsgewohnheiten haben.  

MĂ€dchen mit Ringel-Shirt und roter MĂŒtze hĂ€lt Salat im Arm, vor blauem Hintergrund

Andrea Vogelgesang

30.04.2024

Lesezeit 3 Minuten

Essen soll sĂ€ttigen – und natĂŒrlich auch schmecken! Das steht fest, aber vor allem muss der Körper tagtĂ€glich mit wichtigen Vitalminen, Mineral- und Ballaststoffen versorgt werden, gerade auch bei Heranwachsenden. Vielen Eltern fehlen im Alltag aber Zeit und Geld, nicht wenigen auch das Wissen, was beim Griff in die Supermarktregale berĂŒcksichtigt werden sollte. Dazu mangelt es zum Teil auch an der FĂ€higkeit, selbst einfache Gerichte zuzubereiten. Man spricht in diesem Zusammenhang von der sogenannten Bildungsarmut, die zu dem Begriff ErnĂ€hrungsarmut aufgrund von finanziellen EngpĂ€ssen hinzukommt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Januar 2024 sparen 23 Prozent der Deutschen hĂ€ufig und 7 Prozent sogar sehr hĂ€ufig aufgrund ihrer finanziellen Situation regelmĂ€ĂŸig beim Essen. Vielleicht liegt dahinter die Intention, den Kindern die schwere Lebenssituation aufgrund von Geldmangel zu „versĂŒĂŸen“. Dennoch lĂ€sst sich ein paradoxes Verhalten beobachten: Entgegen dem Ziel, preisgĂŒnstig einzukaufen, landen am Ende doch teures Fast Food und MarkensĂŒĂŸigkeiten im Einkaufswagen. 

Fastfood fÀllt ins Gewicht

Diese sind viel zu fett-, zucker- und salzhaltig, wĂ€hrend essenzielle NĂ€hrstoffe auf der Strecke bleiben. Außerdem sĂ€ttigen sie nicht langanhaltend, weil der Blutzuckerspiegel genauso schnell wieder sinkt, wie er zunĂ€chst steigt. Dadurch sind die Pausen zwischen Mahlzeiten und Snacks kĂŒrzer und am Ende wird viel mehr gegessen und eingekauft. Eine der gesundheitlichen Folgen: Jeder dritte Jugendliche und jedes fĂŒnfte Kind in Deutschland tragen zu viele Pfunde mit sich herum – laut jĂŒngster Studien der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ hat die Anzahl fettleibiger Menschen weltweit mit einer Milliarde mittlerweile eine bedenkliche Marke ĂŒberschritten und die Folgen wĂŒrden gravierender ins Gewicht fallen als UnterernĂ€hrung infolge von Hunger. Der bekannte Wohlstandsbauch, frĂŒher auch ein Zeichen fĂŒr Wohlergehen, hat sich ins Gegenteil verwandt: Heutzutage besteht eine Korrelation von MangelernĂ€hrung und Übergewicht und damit auch einer bedenklichen GesundheitsgefĂ€hrdung.   

GrĂ¶ĂŸtes Gut – Gesundheit

In der Kindheit wird der Grundstein fĂŒr eine lebenslange Gesundheit gelegt. Einerseits mit der Zufuhr wichtiger NĂ€hr- und Mineralstoffe, damit der Körper sich gut entwickeln kann. Ebenso werden Essensgewohnheiten angelegt, an denen im besten Fall festgehalten wird, sich bei schlechtem Nahrungsverhalten aber auch nicht leicht Ă€ndern lĂ€sst. Deswegen kann gar nicht genug betont werden, wie sehr eine ausgewogene ErnĂ€hrung von Anfang an zĂ€hlt. Philines Kinder sind acht und 14 Jahre alt. Auch sie legt Wert auf tĂ€glich frische Mahlzeiten, aber sie betont mit Blick auf das schmale Familienbudget: „Wenn ich einkaufen gehe, bestimmen die jeweiligen Sonderangebote unseren Einkaufszettel.“ Anne sieht das etwas anders: „Gesundes Essen in BioqualitĂ€t muss nicht gleich teurer sein“, sagt die Zweifachmutter, die ihre Kinder alleine großgezogen hat. Sie ist als Mitglied im ErnĂ€hrungsrat DĂŒsseldorf aktiv, wo eine Vielzahl an Aspekten rund um einen bewussten Umgang mit Nahrung im Mittelpunkt steht. In der Initiative liegt der Fokus auf dem Erhalt bzw. dem Wiedererstarken regionaler Lieferketten, die von den großen Supermarktkonzernen verdrĂ€ngt wurden. Aber auch privat war das Thema ErnĂ€hrung fĂŒr Anne immer prĂ€sent: „FĂŒr mich stand an erster Stelle, meinem Sohn und meiner Tochter trotz wenig Zeit und mit der Haushaltskasse im Hinterkopf, gute Lebensmittel, möglichst in BioqualitĂ€t, auf die Teller zu bringen. Den damit verbundenen Zeitaufwand habe ich mit Blick auf die gesunde Entwicklung meiner Kinder und deren Gesundheit gerne in Kauf genommen“, betont sie. Vor allem weist sie darauf hin, dass auch mit wenig Geld gutes Essen gĂŒnstig gekauft werden könne. So groß, wie meist gedacht, sei der Preisunterschied zwischen herkömmlicher oder BioqualitĂ€t unterm Strich nicht. Diese Erfahrung machte sie auch mehrere Jahre als Köchin in einem Kindergarten, wo alle Mahlzeiten mit Bioprodukten zubereitet wurden. In der Bilanz waren die Ausgaben auch hier nur etwas höher im Vergleich zu dem konventionellen Angebot in anderen Einrichtungen.  

Zwei Frauen stehen mit einen Korb, in dem Obst, GemĂŒse, Brot und Tee ist, vor einer HaustĂŒr und lĂ€cheln in die Kamera

Gratisgenuss

An sogenannten Fair-Teiler-Standorten in ganz DĂŒsseldorf darf sich jede:r aus gefĂŒllten KĂŒhlschrĂ€nken oder Kisten Lebensmittel abholen – gratis und qualitativ hochwertig. Umgekehrt kann, wer zu viel des Guten hat, auch sein Essen dort spenden. foodsharing.de

Praktische Tipps

Anne hat praktische Tipps fĂŒr den Alltag: „Mit einer klugen Vorratshaltung von trockenen Produkten wie Linsen, Kichererbsen, Getreide oder Kartoffeln, Nudeln, Tomatensauce und Oregano, alles aus dem Bioladen, hatte ich immer etwas im Haus, wenn mal keine Zeit fĂŒrs Einkaufen war.“  Eine Linsensuppe sei schnell gemacht und regionales GemĂŒse dazu, oder aus Kohl lasse sich, in Salzlake eingelegt, ein Vitamin-C-haltiger Weißkohlsalat auf den Tisch zaubern. Solch einfache Gerichte seien eine Quelle von essenziellen NĂ€hrstoffen und lecker. Außerdem weist sie auf den Saisonkalender hin, in dem man der Jahreszeit entsprechende Nahrungsmittel findet, die nicht nur vitaminreicher und gĂŒnstiger, sondern auch aufgrund der RegionalitĂ€t ein Beitrag zur Nachhaltigkeit sind. Er ist entweder bei der Verbraucherzentrale in Papierform oder auf der Website der Bundeszentrale fĂŒr ErnĂ€hrung erhĂ€ltlich. Von wissenschaftlicher Seite wird zunehmend bemĂ€ngelt, dass einseitige Fast-Food-ErnĂ€hrung die LeistungsfĂ€higkeit von SchĂŒler:innen beeintrĂ€chtige und zu aggressivem Verhalten beitragen könne. Bedenklich sei, dass viele Jungen und MĂ€dchen mit leerem Magen im Klassenzimmer erscheinen wĂŒrden, hĂ€ufig auch ohne ein Pausenbrot oder Obst im Schulranzen, oder nur mit sĂŒĂŸen Riegeln. Aber Eltern sollten generell beim SchulfrĂŒhstĂŒck ballaststoff- und vitaminreicheres Biobrot als Weißmehlprodukte mitgeben.    

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