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Pro und Kontra – Nachhilfe?

In unserer neuen Serie „Pro und Kontra“ möchten wir zwei verschiedene Perspektiven aus Elternsicht beleuchten, die euch vielleicht neue Argumente an die Hand geben, wenn ihr vor einer Entscheidung steht. Also, wann ist Nachhilfe wirklich sinnvoll – und wann eher problematisch?

Vector-Illustration Mädchen lernt online und mit Buch, Lehrerin guckt aus dem Bildschirm

Isabella Lacourtiade

29.01.2026

Lesezeit 3 Minuten

PRO

Anschubhilfe wirkt  

Ein ganz normaler Dienstagmorgen in Deutschland, Testrückgabe – und da ist sie: die erste „Fünf“. In roten Lettern wirkt sie gleich umso bedrohlicher. Oft kommen schlechte Noten früher als gedacht, manchmal schon in der Grundschule. Besonders Mathe und Deutsch sorgen oft für Stress, obwohl es doch „so einfach“ sein soll. Zuhören, mitmachen, über die Hausaufgaben das Wissen vertiefen – dann klappt’s schon. Nur eben nicht für alle oder nicht immer. Große Klassen, wenig Zeit und unterschiedliche Lerntypen machen individuellen Unterricht oft unmöglich. Neben Motivation und Lernfähigkeit spielt auch die soziale Herkunft oft eine Rolle, wenn es darum geht, den Lernstoff zu verstehen und ihn im richtigen Augenblick auch korrekt wiederzugeben. Was also tun, wenn die Noten trotz aller Mühe nicht besser werden? Schlechte Noten kratzen am Selbstbewusstsein und blockieren den Lernprozess. Genau hier kann Unterstützung außerhalb der Schule hilfreich sein. Andere Zeit, anderer Ort, anderer Partner. Erste Ansprechpartner sind meist die Eltern, danach Freunde und inzwischen auch gerne mal Online-Tutorials oder professionelle Tutor:innen bzw. Nachhilfe-Anbieter. Die Gründe, warum es mit den Noten nicht klappt, können sehr unterschiedlicher Natur sein. Und sind wir mal ehrlich: Manchmal braucht es nur eine andere Perspektive. Jemanden, der ein Thema ruhig, verständlich und in einem kleineren Rahmen erklärt. Finden Kinder einen neuen Zugang zum Stoff, wächst ihr Selbstvertrauen – oft entstehen neue Lernstrategien ganz von selbst. Wer wieder „auf dem Boot“ ist, nimmt leichter Fahrt auf, anstatt hinterherzuschwimmen. Studien zeigen: Professionelle und regelmäßige Nachhilfe in kleinen Gruppen oder im 1:1-Setting erzielt die größten Lernfortschritte. Besonders, wenn Nachhilfe nicht nur auf die nächste Klassenarbeit abzielt, sondern wenn sie klare, nachhaltige Lernziele verfolgt. So wird aus Unsicherheit Schritt für Schritt echte Stärke.

Porträt Christine Heitzig

Christine Heitzig ist Libelle-Autorin und empfiehlt Nachhilfe. Herauszufinden, woran es liegt, und mit einer Vertrauensperson Strategien zu erarbeiten schafft Ruhe, Klarheit und Konzentration, die man dann wiederum im Schulalltag einsetzen kann.

KONTRA 

Lernen lernen statt Nachhilfe  

Wenn die Mathenote wackelt oder das Diktat danebengeht, zücken viele Eltern verständlicherweise den teuren Rettungsring: Nachhilfe. Schließlich will man seinem Kind helfen. Und so besuchen 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler im deutschsprachigen Raum regelmäßig ein Nachhilfeinstitut – Tendenz steigend. Dazu kommen noch die vielen Fälle, in denen ein älteres Kind aus der Nachbarschaft Nachhilfestunden gibt. Doch die Frage ist: Hilft das überhaupt? Eine groß angelegte Studie der Universität Basel und der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Trotz vieler Stunden an zusätzlicher Unterstützung verbesserten sich die Noten kaum. In Mathe, Deutsch und Französisch blieben die Effekte minimal, fächerübergreifend war kaum ein Fortschritt zu erkennen. Mehr noch: Viele Kinder verlernten durch die ständige Hilfe das selbstständige Lernen. Denn die Verantwortung wandert nach außen – zur Nachhilfelehrerin, nicht zum eigenen Kopf. Das Problem liegt im Ansatz. Klassische Nachhilfe fragt: Was musst du wissen, um deine Note zu verbessern? Dabei sollte man beim Wie ansetzen. Wie lernst du eigentlich? Wer nur den Stoff erklärt bekommt, versteht vielleicht das Thema für den nächsten Test – aber nicht das Lernen selbst. In der Folge entsteht eine gefährliche Passivität: „Ach, das erklärt mir ja später die Nachhilfe.“ Besser wäre es, Kinder dabei zu unterstützen, das Lernen zu lernen. Wie entnehme ich einem schwierigen Text die wichtigsten Inhalte? Wie gehe ich vor, wenn ich bei einer Matheaufgabe nicht weiterkomme? Wie erstelle ich einen guten Lehrplan zur Abivorbereitung? Wie merke ich mir die Englischvokabeln am schnellsten? Aber auch, wie motiviert man sich und wie klappt es besser mit der Konzentration? Es geht also um die Hilfe zur Selbsthilfe und den eigenen persönlichen Werkzeugkoffer.

Porträt Isabella Lacourtiade

Isabella Lacourtiade leitet die Libelle-Redaktion und begleitet aktuell einen Drittklässler. Wer weiß, wie man lernt, braucht keine Nachhilfe mehr und kann sich jedes Wissen der Welt selbst erschließen.

Nachhilfe aus dem Internet

Bruchrechnen, deutsche Literatur, englische Grammatik – zu jedem Wissensgebiet gibt es Youtube-Kanäle mit kurzen, oft sehr ansprechend gestalteten Videos. Einige der „Nachhilfe“-Youtuber und -Youtuberinnen sind richtige Stars bei den Kindern – seien es lockere Matheprofis oder mit Playmobil nachgestellte Werke der Weltliteratur. Richtig gute Unterstützung mit kurzen Erklärvideos und kostenlosen Arbeitsblättern für Deutsch und Mathe von Klasse 1 bis 6 gibt es bei „Nachhilfe vom Lehrer“. Dahinter steckt Brian Riewe, selbst Grundschullehrer in Berlin, der aus seinem Alltag weiß: „Während meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass viele Kinder von hochmotivierten Eltern unterstützt werden. Gerade wenn die kleinen Rabauken Probleme in der Schule haben, wollen Mama und Papa helfen, wissen dabei aber manchmal nicht so recht, wie sie das am besten tun können. Die Folgen sind nicht selten Frust und Hilflosigkeit.“ Wie es besser klappt, zeigt er auf seinem Kanal: nachhilfevomlehrer.de

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