Seit 2006 leitet der Diplomökonom den gemeinnützigen Verein, der sich in Düsseldorf für mehr Verkehrssicherheit engagiert. Gemeinsam mit Partnern wie der Polizei, der Stadt Düsseldorf und der Rheinbahn organisiert die Verkehrswacht Trainings, Kampagnen und Aktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Wir planen und koordinieren unsere Programme von der Geschäftsstelle aus – zusammen mit hauptamtlichen Mitarbeitenden und vielen Ehrenamtlichen“, erklärt Höhner. Besonders wichtig ist dabei ein Ziel: Kinder möglichst früh fit für den Straßenverkehr zu machen.
Verkehrsluchse: Lernen mit Spiel und Puppentheater
Der Einstieg beginnt bereits im Kindergarten. Denn Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet: Sie werden wegen ihrer Körpergröße leicht übersehen, lassen sich schnell ablenken und können Geschwindigkeiten oder Entfernungen noch schwer einschätzen. Mit dem Programm „Verkehrsluchse“ bereiten Polizei und Verkehrswacht Vorschulkinder deshalb spielerisch auf ihre ersten Schritte im Straßenverkehr vor. In mehreren Einheiten lernen sie wichtige Grundlagen: Verkehrszeichen erkennen, Straßen sicher überqueren, Gefahren einschätzen und sich an Ampeln oder Zebrastreifen richtig verhalten. Ein besonderer Höhepunkt ist für viele Kinder die Verkehrspuppenbühne, die in der Jugendverkehrsschule in Rath untergebracht ist. Hier erleben Figuren wie der neugierige Luchs Sammy oder der Düsseldorfer Schlossturm Fritzi kleine Geschichten aus dem Stadtverkehr. Dabei werden typische Situationen nachgespielt – und die Kinder dürfen aktiv mitdenken und mitentscheiden. „Kinder nehmen solche Situationen wie ein Abenteuer auf“, sagt Höhner. „Und genau so lernen sie die Regeln am besten.“ Am Ende steht der Fußgängerführerschein – eine Urkunde, die bestätigt, dass die Vorschulkinder die wichtigsten Regeln kennen und gut vorbereitet in die Schulzeit starten können. Doch ein paar Termine im Kindergarten reichen natürlich nicht aus. Entscheidend ist das Üben im Alltag – etwa beim Spaziergang, auf dem Weg zum Bäcker oder zur Kita. „Ohne die Eltern funktioniert das nicht“, sagt Simon Höhner. „Wir können Impulse geben und Regeln erklären. Aber Kinder müssen den Verkehrsraum auch selbst erleben.“ Ein Trainingsheft mit vielen praktischen Übungen unterstützt Familien dabei. Es richtet sich vor allem an Eltern, denn sie sind die wichtigsten Vorbilder im Straßenverkehr. Oft helfen schon kleine Veränderungen im Alltag. Simon Höhner empfiehlt zum Beispiel, Kinder bewusst einzubeziehen: „Lassen Sie Ihr Kind doch einmal erklären, wann man über die Straße gehen darf. Dann merkt es selbst: Ich kann das.“ Nach der Kita setzt sich die Verkehrserziehung in der Grundschule fort. Bereits in der ersten und zweiten Klasse können Schulen über die Verkehrswacht Fahrräder und Helme ausleihen, um motorische Fähigkeiten und sicheres Fahren zu trainieren. In der vierten Klasse folgt dann die Radfahrausbildung, die fest im Lehrplan verankert ist. Viele Düsseldorfer Kinder absolvieren sie in der Jugendverkehrsschule in Rath. Auf einem großen Übungsplatz mit Ampeln, Straßenschildern und Bordsteinen trainieren sie typische Verkehrssituationen. Alternativ kommen mobile Teams mit Fahrrädern und Material direkt auf den Schulhof. So kann die Ausbildung flexibel stattfinden – entweder im geschützten Übungsraum oder im realen Straßenverkehr.