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Sicher durch die Stadt

„Am Bordstein ist Halt ...“ – wenn Simon Höhner diesen Satz beginnt, passiert genau das immer wieder: „... damit es da nicht knallt!“, rufen Dutzende Stimmen laut im Chor. Die Kinder kennen den Spruch noch aus ihrer Kindergartenzeit – obwohl inzwischen Jahre vergangen sind. Für den Geschäftsführer der Verkehrswacht Düsseldorf ist das ein Moment, der zeigt: Die Arbeit wirkt.

Junge steht am Zebrastreifen und guckt, ob eine Auto kommt

Claudia Giesen

11.05.2026

Lesezeit 3 Minuten

Seit 2006 leitet der Diplomökonom den gemeinnützigen Verein, der sich in Düsseldorf für mehr Verkehrssicherheit engagiert. Gemeinsam mit Partnern wie der Polizei, der Stadt Düsseldorf und der Rheinbahn organisiert die Verkehrswacht Trainings, Kampagnen und Aktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. „Wir planen und koordinieren unsere Programme von der Geschäftsstelle aus – zusammen mit hauptamtlichen Mitarbeitenden und vielen Ehrenamtlichen“, erklärt Höhner. Besonders wichtig ist dabei ein Ziel: Kinder möglichst früh fit für den Straßenverkehr zu machen.

Verkehrsluchse: Lernen mit Spiel und Puppentheater

Der Einstieg beginnt bereits im Kindergarten. Denn Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet: Sie werden wegen ihrer Körpergröße leicht übersehen, lassen sich schnell ablenken und können Geschwindigkeiten oder Entfernungen noch schwer einschätzen. Mit dem Programm „Verkehrsluchse“ bereiten Polizei und Verkehrswacht Vorschulkinder deshalb spielerisch auf ihre ersten Schritte im Straßenverkehr vor. In mehreren Einheiten lernen sie wichtige Grundlagen: Verkehrszeichen erkennen, Straßen sicher überqueren, Gefahren einschätzen und sich an Ampeln oder Zebrastreifen richtig verhalten. Ein besonderer Höhepunkt ist für viele Kinder die Verkehrspuppenbühne, die in der Jugendverkehrsschule in Rath untergebracht ist. Hier erleben Figuren wie der neugierige Luchs Sammy oder der Düsseldorfer Schlossturm Fritzi kleine Geschichten aus dem Stadtverkehr. Dabei werden typische Situationen nachgespielt – und die Kinder dürfen aktiv mitdenken und mitentscheiden. „Kinder nehmen solche Situationen wie ein Abenteuer auf“, sagt Höhner. „Und genau so lernen sie die Regeln am besten.“  Am Ende steht der Fußgängerführerschein – eine Urkunde, die bestätigt, dass die Vorschulkinder die wichtigsten Regeln kennen und gut vorbereitet in die Schulzeit starten können. Doch ein paar Termine im Kindergarten reichen natürlich nicht aus. Entscheidend ist das Üben im Alltag – etwa beim Spaziergang, auf dem Weg zum Bäcker oder zur Kita. „Ohne die Eltern funktioniert das nicht“, sagt Simon Höhner. „Wir können Impulse geben und Regeln erklären. Aber Kinder müssen den Verkehrsraum auch selbst erleben.“ Ein Trainingsheft mit vielen praktischen Übungen unterstützt Familien dabei. Es richtet sich vor allem an Eltern, denn sie sind die wichtigsten Vorbilder im Straßenverkehr.  Oft helfen schon kleine Veränderungen im Alltag. Simon Höhner empfiehlt zum Beispiel, Kinder bewusst einzubeziehen: „Lassen Sie Ihr Kind doch einmal erklären, wann man über die Straße gehen darf. Dann merkt es selbst: Ich kann das.“ Nach der Kita setzt sich die Verkehrserziehung in der Grundschule fort. Bereits in der ersten und zweiten Klasse können Schulen über die Verkehrswacht Fahrräder und Helme ausleihen, um motorische Fähigkeiten und sicheres Fahren zu trainieren. In der vierten Klasse folgt dann die Radfahrausbildung, die fest im Lehrplan verankert ist. Viele Düsseldorfer Kinder absolvieren sie in der Jugendverkehrsschule in Rath. Auf einem großen Übungsplatz mit Ampeln, Straßenschildern und Bordsteinen trainieren sie typische Verkehrssituationen. Alternativ kommen mobile Teams mit Fahrrädern und Material direkt auf den Schulhof. So kann die Ausbildung flexibel stattfinden – entweder im geschützten Übungsraum oder im realen Straßenverkehr.

Cover der Broschüre Verkehrsluchse

Das Trainingsheft der Düsseldorfer Verkehrsluchse gibt es als Download.

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Neue Herausforderungen: E-Scooter

Auch neue Verkehrsmittel spielen inzwischen eine Rolle in der Verkehrserziehung. Gerade bei Jugendlichen sind E-Scooter sehr beliebt – gleichzeitig kommt es immer wieder zu unsicherem Verhalten oder Regelverstößen. Deshalb geht die Verkehrswacht Düsseldorf mittlerweile auch mit speziellen Aufklärungsangeboten in Schulen. Dort lernen Jugendliche, welche Regeln für E-Scooter gelten und wie man sie sicher benutzt. Für Simon Höhner ist dabei wichtig, das Verkehrsmittel nicht pauschal zu verteufeln: „Der E-Scooter ist eigentlich ein vernünftiges Verkehrsmittel“, sagt er. „Das Problem sind eher die Rahmenbedingungen, unter denen er eingeführt wurde.“ Umso wichtiger sei es, Jugendliche früh über Regeln, Gefahren und verantwortungsvolle Nutzung zu informieren. Eine weitere Entwicklung, die Simon Höhner mit Sorge betrachtet, sind die Elterntaxis: Immer mehr Kinder werden mit dem Auto bis direkt vor die Schule oder Kita gebracht. „Das Phänomen der Elterntaxis ist in den letzten Jahren deutlich stärker geworden“, sagt er. Dabei entstehen oft genau dort gefährliche Situationen – durch haltende Autos, Wendemanöver oder unübersichtliche Verkehrssituationen. Gleichzeitig fehlen Kindern wichtige Erfahrungen, die sie für ihre Selbstständigkeit brauchen. „Wenn Kinder lernen, sich sicher in ihrer Umgebung zu bewegen, ist das eine wichtige Grundlage fürs ganze Leben“, sagt Höhner. „Diese Sicherheit entsteht nicht auf dem Rücksitz eines Autos, sondern durch eigene Erfahrungen im Alltag.“

Engagement für Verkehrssicherheit

Getragen wird die Arbeit der Verkehrswacht von einem kleinen hauptamtlichen Team – und von vielen Ehrenamtlichen. Neben den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle engagieren sich zahlreiche Freiwillige bei Trainings, Aktionstagen oder Informationsveranstaltungen. Wer sich für Verkehrssicherheit interessiert und sich engagieren möchte, ist bei der Verkehrswacht Düsseldorf jederzeit willkommen. Ob bei Veranstaltungen, in der Präventionsarbeit oder bei Projekten mit Kindern und Jugendlichen – helfende Hände werden immer gebraucht. Denn am Ende geht es um ein gemeinsames Ziel: Dass Kinder und Erwachsene sich sicher und selbstständig in ihrer Stadt bewegen können.

Im Mittelpunkt der Familie

Seit mehr als 20 Jahren informieren wir Eltern, Großeltern und alle, die mit Kindern leben oder arbeiten über Neuigkeiten aus der Region, Veranstaltungen, Themen, Tipps und Angebote. Wir entdecken die Stadt und ihre Umgebung auch immer wieder neu – das Entdeckte teilen wir gerne mit euch.

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