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Podcast mit Hand und Fuß

Die Kindermediziner Florian Babor und Nibras Naami informieren seit etwa fünf Jahren in ihrem Podcast „Hand, Fuß, Mund“ über Kindergesundheit und Kinderkrankheiten.

Porträt der Kinderärzte Florian Babor und Nibras Naami

Pia Arras-Pretzler

05.01.2026

Lesezeit 3 Minuten

Würde man die Geschichte von Florian und Nibras als Comic zeichnen, dann wäre das erste Panel vielleicht eine große Landkarte mit Fähnchen: jeweils in Syrien, Aachen, Linz, Wien und Düsseldorf. Aus Syrien kamen die Eltern von Nibras Naami in den 60er-Jahren, Nibras wurde in Aachen geboren und wuchs dort in der Nähe auf, er studierte Medizin in Düsseldorf, wo er Florian Babor kennenlernte. Der wiederum ging in Linz zur Schule und studierte in Wien Medizin. Weil er dabei durchgängig am selben Krankenhaus gearbeitet hatte, wollte er einen Cut machen und sich ein, zwei Jahre „in einer schönen Stadt“ im Ausland umschauen. Seine Wahl fiel auf Düsseldorf, und hier ist er hängengeblieben. Beide spezialisierten sich auf Kinderonkologie bzw. Kinderhämatologie und wurden an der Uniklinik Düsseldorf Kollegen. Oberarzt Florian schätzte Assistenzarzt Nibras von Anfang an: „Nibras war einer derjenigen, die mitdachten und die Initiative ergriffen. Es gibt immer wieder Leute, die sind durchaus bemüht und melden sich gern für Aufgaben, aber danach ist die Sache für sie erledigt. Nibras war konsistent engagiert.“ Florian hielt Nibras deshalb für einen geeigneten Partner für eine Idee, die ihm keine Ruhe ließ – obwohl er mit seinen vier Kindern und seinem Beruf vermutlich bereits gut zu tun hatte. Aber: „Akademisch hatte ich zu dieser Zeit alles erreicht, die Habil war fertig. Ich dachte mir: Wir sitzen mit unserer langjährigen Klinikerfahrung auf so einem Schatz an Wissen, den sollten wir teilen. Denn dazu kommt man im Klinikalltag viel zu wenig.“ Und so fragte er seinen Kollegen Nibras 2019 auf einer Weihnachtsfeier nachts um eins am Rand der Tanzfläche, ob er nicht Lust hätte, mit ihm einen Podcast über Kindermedizin zu machen. Was Florian nicht wusste: Nibras hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Podcast-Erfahrung. Als leidenschaftlicher Plattensammler hatte Nibras beschlossen, die Fachsimpeleien mit einem gleichgesinnten Freund als Podcast aufzunehmen, denn dann wären Leute weniger genervt davon als im echten Leben: „So würden nämlich nur Leute zuhören, die sich dafür ebenso interessieren wie wir.“ Diese Erfahrung kam ihm jetzt zugute: „Bei dem Vinyl-Podcast habe ich mich noch gar nicht um die technische Seite gekümmert, aber viel mitbekommen, was ich dann bei Hand, Fuß, Mund nutzen konnte“, erinnert sich Nibras. An dieser Stelle schaltet sich seine Frau Kristin ein: „Nibras und ich sind seit 15 Jahren zusammen, wir haben zusammen studiert, und er hatte immer irgendwelche Side Projects am Laufen. Er hat als DJ gearbeitet, gemalt, hatte eine Fair-Trade-Modelinie …“ 

Wir sind beide chronisch unterfordert in der Überlastung

Florian Babor und Nibras Naami

Hand, Fuß, Mund wurde ein voller Erfolg. Nicht nur Eltern schätzen die gut aufbereiteten, verlässlichen Informationen der beiden Ärzte, auch Studierende und Kollegen nutzen das Format. Das Konzept geht auf: „Wenn man alle unsere Downloadzeiten zusammenrechnet, dann ist es so, als hätten wir beide inzwischen etwa 100 Jahre lang geredet“ – so verdeutlicht Nibras ihre Reichweite. Inzwischen ist die Arbeit auf Social Media Teil ihres Alltags, die beiden haben jemanden, der ihnen bei den Filmen für Insta, Tiktok und Facebook hilft. Nibras hat die Uni-Klinik inzwischen verlassen und bei seinem neuen Job von vornherein verhandelt, dass er einen Tag pro Woche für seine eigenen Projekte nutzen kann. Das WKHZ (Westdeutsches Kinder-Hämatologisches Zentrum) in Herdecke liegt 60 Autominuten von Düsseldorf entfernt, aber Nibras nutzt die Fahrtzeit, um nachzudenken und das eine oder andere schon mal zu erledigen. Die Arbeit im Krankenhaus möchten beide nicht missen: „Der Patientenkontakt ist die Grundlage von allem, was wir tun. Das Wichtigste dort: die Kinder zu überzeugen, dass wir es gut mit ihnen meinen.“ Trotz ihrer riesigen Reichweite haben die beiden die Bodenhaftung nicht verloren. Florian meint: „Wir haben uns von Anfang an gefragt, wie das, was wir tun, anderen einen Mehrwert bringen kann.“ Nibras ergänzt: „So sind wir auch von niemandem abhängig. In letzter Zeit beschäftige ich mich mit Kinderernährung, das ist auch in der Familie mit unserem kleinen Sohn Thema, und wenn ein Produkt schlecht ist, dann sage ich das. Es ist mir völlig wurst, was so eine Firma von mir denkt. Uns geht es um die Kinder, die sind das Schützenswerteste, was es gibt.“ „Genau, denn wenn die Eltern gut informiert sind, kommt das ja letztlich den Kindern zugute“, ergänzt Florian. Inzwischen haben die beiden einen Ratgeber und ein Kinderbuch herausgegeben, im Januar sind sie auf Tour. „Wir haben noch für keines unserer Projekte an irgendwelche Türen geklopft, die Leute kommen von selbst auf uns zu und fragen, ob wir nicht Lust darauf haben. Wir wollen nicht krampfhaft irgendwas verkaufen, und nur dadurch sind unsere Sachen stimmig.“

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