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Warum Reisen mit kleinen Kindern so wertvoll ist

Reisen mit Baby oder (Klein-)Kindern mögen auf den ersten Blick wie eine Herausforderung wirken: tausend Dinge, an die man denken muss, dazu schlaflose Nächte, das ewige Gepäck – und die Frage: „Haben wir das Richtige geplant?“ Doch beim genaueren Hinsehen zeigt sich: Eine Auszeit mit der Familie kann für alle unglaublich bereichernd, ja sogar erholsam sein.

Familie macht Rast bei einer Wanderung, kleines Mädchen guckt in ein Fernglas

Christine Balke Heitzig

17.02.2026

Lesezeit 4 Minuten

Gerade in der Elternzeit bietet sich die Chance, gemeinsam ganz neue Erfahrungen zu sammeln, ohne den gewohnten Alltagstrott. Für Eltern bedeutet eine solche Reise nicht nur Erholung, sondern auch die Stärkung der Bindung untereinander als Paar bzw. Eltern sowie zum Kind. Und für Kinder – selbst im ganz jungen Alter – sind neue Eindrücke, andere Umgebungen und liebevoll gestaltete Erlebnisse ein wichtiger Baustein in ihrer Entwicklung.

Wohin soll es gehen? Reiseziele nach Alter wählen

Wenn du über deinen nächsten Familienurlaub nachdenkst, lohnt es sich, das Reiseziel auf das Alter deines Kindes abzustimmen – denn nicht alle Urlaubsformen passen gleich gut zu jedem Entwicklungsabschnitt. Im ersten Lebensjahr sind Babys besonders abhängig von Routine, Ruhe und Sicherheit. Daher eignen sich Reiseziele, die gut erreichbar sind, kurze Wege bieten und medizinisch gut versorgt sind. Besonders beliebt sind ruhige Strände, sanfte Naturregionen oder familienfreundliche Hotels, in denen sich die Eltern entspannen können, während das Baby in sicherer Umgebung schläft. Auch das eigene Auto oder die Bahn sind häufig ideal, um flexibel zu sein. Einige Eltern nutzen diese Zeit auch für Fernreisen, das hängt jedoch ganz vom Geschmack und der Zielsetzung des Urlaubs ab. Für viele hat sich in dieser Lebensphase bewährt: weniger ist mehr. Mit krabbelnden oder laufenden Kleinkindern verändert sich vieles: Das Kind will sich bewegen, die Neugier wächst, und Tagespläne müssen flexibel sein. Hier sind kinderfreundliche Unterkünfte und gut erreichbare Tagesausflüge essenziell. Natur- und Strandziele bieten Raum zum Toben, während ruhige Gegenden mit wenig Verkehr und flachem Gelände besonders kindgerecht sind. Wichtig: sauberer Sand, Schattenplätze, kindgerechte Mahlzeiten und Freizeitangebote, bei denen auch Eltern entspannen können. Im Vorschulalter sind Kinder zunehmend selbstständig und möchten ihre Umwelt aktiv entdecken. Das macht Reiseziele mit Abenteuern besonders attraktiv – Naturparks, Bauernhöfe, Familienhotels mit Programm, Zoos oder interaktive Museen stehen hier hoch im Kurs. Gleichzeitig braucht es Struktur, denn Kinder in diesem Alter profitieren von einem Mix aus freier Spielzeit und organisierten Aktivitäten. Eltern können außerdem Ausflüge planen, bei denen das Kind (mit etwas Unterstützung) neue Fertigkeiten ausleben kann.

Reisen während der Elternzeit: eine besondere Gelegenheit

Die Elternzeit ist für viele Familien der perfekte Zeitpunkt, um gemeinsam zu reisen. Ohne Jobverpflichtungen, mit flexiblen Tagesrhythmen und idealerweise in der Nebensaison – so entstehen Freiräume, die im „normalen“ Alltag fehlen. Aber es gibt auch besondere Herausforderungen: Schlafzyklen von Babys oder Kleinkindern, das richtige Packen und eine realistische Planung sind entscheidend. Ein Ziel, das nicht zu weit weg ist, minimiert Risiken und Stress. Gleichzeitig kann die Auszeit ein bewusster Neustart sein – ob in einem ruhigen Bergdorf, an der Küste oder in einem Wellnesshotel, das auf Familien ausgerichtet ist. Wichtig: früh buchen, kindgerechte Unterkünfte wählen und ausreichend Puffer für Ruhepausen einplanen.

Gut vorbereitet

Reisen mit kleinen Kindern erfordern mehr Vorbereitung, aber mit guter Planung lässt sich vieles sehr entspannt gestalten. Wer ins Ausland reist, sollte vorab sicherstellen, dass alle Familienmitglieder alle wichtigen Dokumente dabeihaben. Darunter Ausweis/Reisepass, Krankenversicherungskarte, gegebenenfalls Impfunterlagen und – falls erforderlich – Einverständniserklärungen bei Alleinerziehenden. Außerdem ist es empfehlenswert, frühzeitig zu prüfen, ob Visa oder zusätzliche Versicherungen benötigt werden.

Welches Transportmittel?

Das Auto eignet sich ideal für maximale Flexibilität, allerdings sind regelmäßige (Bewegungs-)Pausen besonders wichtig, gerade Babys sollten nicht zu lange in der Babyschale bleiben und Kleinkinder haben sowieso maximalen Bewegungsdrang. Und so manches Baby oder Kleinkind fährt einfach nicht gerne Auto oder neigt schnell zur Reiseübelkeit. Die Bahn bietet eine bequeme und entspannte Alternative – große Gepäckstücke kann man sich vorab ans Ziel schicken lassen, um die Hände frei zu haben. Mit dem Flugzeug schafft man lange Strecken,  die Vorbereitung erfordert jedoch gute Planung, etwa in Bezug auf Schlafzeiten, Kinderwagen und Handgepäck.

Was muss mit? 

Ein gut gepackter Koffer macht den Unterschied. Die wichtigsten Dinge: Windeln, Ersatzkleidung, Reiseapotheke, Sonnenschutz, ein portabler Reise-Kindersitz, mobiles Nachtlicht, Lieblingsspielzeug. Auch eine faltbare Babywanne oder eine Reise-Babybett-Lösung können sehr hilfreich sein. Ob stillend, Fläschchen oder Brei – 
bei der Ernährung der Kleinen gilt: Mahlzeiten flexibel planen. In vielen Reisezielen sind Supermärkte oder Drogerien gut erreichbar. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann auch gut Vorräte mitnehmen. Wichtig gerade bei kleinen Kindern, wenn es in die Sonne geht: Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme), Erste-Hilfe-Set, Insektenschutz. Kontaktdaten von Kinderarztpraxen und Kliniken im Urlaubsgebiet geben Sicherheit. Eine Reiseapotheke mit fiebersenkenden Mitteln, Pflastern, Desinfektionsmittel und gegebenenfalls Medikamenten gegen Übelkeit ist unerlässlich.

Gute Idee: Familienurlaub in der Jugendherberge

Jugendherbergen sind längst nicht mehr nur für Rucksackreisende oder Schulklassen gedacht. Viele Häuser haben sich inzwischen auf Familien mit Kleinkindern eingestellt und bieten familienfreundliche Zimmer, altersgerechte Freizeitangebote und oft ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Viele Unterkünfte stellen Mehrbettzimmer oder spezielle Familienzimmer zur Verfügung, die genügend Platz für Kinderbetten bieten. Darüber hinaus warten zahlreiche Freizeit- und Aktivitätsangebote auf die Gäste: Spielplätze, Spielzimmer sowie Tipps für Wander- oder Radtouren gehören häufig zum Standard, und manche Jugendherbergen organisieren sogar pädagogische Programme oder gemeinsame Unternehmungen. Auch bei der Verpflegung sind Familien gut versorgt. Von Frühstück bis Abendessen bieten viele Herbergen kindgerechte Mahlzeiten an, was die Tagesplanung deutlich erleichtert. Preislich sind Jugendherbergen im Vergleich zu Hotels oft günstiger, besonders für Familien mit mehreren Kindern. Zudem punkten viele Häuser mit ihrer Lage. Neben einigen spannenden innerstädtischen Jugendherbergen sind besonders jene beliebt, die in naturnahen Regionen oder an ruhigen touristischen Orten liegen – ideal für Familien, die bewusst abschalten und zur Ruhe kommen möchten.

Gutes Programm: Familienzeit NRW

„Familienzeit NRW“ ist ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, mit dem Familien einen gemeinschaftlichen Urlaub in Familienferienstätten ermöglicht wird. Das Programm richtet sich besonders an Familien mit geringem Einkommen, aber auch an Alleinerziehende, kinderreiche Familien sowie Familien mit pflegebedürftigen Kindern oder einem Familienmitglied mit Behinderung. Die Einkommensgrenze orientiert sich an § 53 der Abgabenordnung. Das Angebot umfasst je nach Auswahl drei bis sechs oder sogar sieben Übernachtungen in einer Familienferienstätte, teilweise auch bundesweit. Während des Aufenthalts erhalten die Familien Vollverpflegung. Darüber hinaus werden familienfreundliche und pädagogisch begleitete Freizeitprogramme angeboten. Die Kosten beinhalten einen geringen Eigenanteil: Erwachsene zahlen jeweils 50 Euro und für jedes Kind fallen 25 Euro an. Liegt das Einkommen unter einer bestimmten Grenze, entfällt dieser Eigenanteil vollständig. Der Antrag wird online gestellt und die Durchführung übernimmt der Reisedienst der Diakonie Ruhr-Hellweg e. V. Die Antragstellung erfolgt über die Website familienerholung-nrw.de.

Mit guter Planung gelingt der Familienurlaub

Urlaub mit Baby, Kleinkind oder im Kitaalter ist kein Hexenwerk – sondern eine großartige Chance, Familienzeit bewusst zu erleben. Mit der richtigen Vorbereitung, altersgerechten Zielen und passenden Unterkünften wird der Urlaub zu einer echten Wohlfühloase. Besonders attraktiv: geförderte Angebote wie Familienzeit NRW, mit denen auch Familien mit knappem Budget eine Auszeit genießen können. Ob in einer Jugendherberge, in einer Familienferienstätte oder auf einer ruhigen Reise in der Elternzeit – das Wichtigste bleibt: gemeinsam abschalten, entdecken und Erinnerungen schaffen.

Im Mittelpunkt der Familie

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