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Expertin fĂĽr nachhaltige Mode

„Als ich 2009 das Thema Nachhaltigkeit für unsere Hochschule vorschlug, galt es als uncool.“ Elisabeth Hackspiel-Mikosch kann sich das Lachen nicht verkneifen. „Befragen wir unsere Studierenden heute, finden 99 Prozent das Thema wichtig“ – aus dem Lehrplan ist es nun nicht mehr wegzudenken.

Elisabeth Hackspiel-Mikosch sitz auf der Terrasse

Astrid Krömer

29.06.2022

Lesezeit 2 Minuten

Dr. Hackspiel-Mikosch ist seit 2009 Professorin für Modetheorie und -geschichte an der AMD Akademie für Mode & Design der Hochschule Fresenius in Düsseldorf. Die Stadt glänzt gerne mit textilem Luxus. Studierende von Hackspiel-Mikosch und einer Kollegin für Modejournalismus und -kommunikation untersuchen seit 2014 das Angebot nachhaltiger Mode in deutschen Städten und Regionen. Sie erstellen daraus zuerst für Düsseldorf das Magazin „Buy good stuff“, es folgen Magazine für weitere Großstädte sowie das Ruhrgebiet. „Immer mehr Nutzer wollen sich mit alternativer Mode beschäftigen und die Anbieter verändern sich rasch. Deshalb muss auch die Webseite buygoodstuff.de kontinuierlich aktualisiert werden.“ Hackspiel-Mikosch ist stolz auf den öko-fairen Einkaufsratgeber. Neben Store-Registern und Labelporträts klärt er über Kriterien nachhaltiger Mode auf, etwa zu Siegeln, aber auch über Greenwashing – Strategien, sich vermeintlich nachhaltig zu präsentieren. „Der Textilbereich ist eine der schmutzigsten Industrien und Mode ein System, in dem viele Zahnräder ineinandergreifen“, erklärt die 65-Jährige. „Als 2013 das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch Tausende Menschen, vorwiegend Textilarbeiterinnen, unter sich begrub, wurde die Öffentlichkeit endlich aufgerüttelt.“

Durch das Vorbild meiner Eltern bin ich mit der Ăśberzeugung groĂź geworden, dass man gesellschaftliche Verantwortung ĂĽbernimmt und sich engagiert.

Professorin Elisabeth Hackspiel-Mikosch

Hackspiel-Mikosch, die ihre frühe Kindheit in Düsseldorf-Unterrath „im Kreis der Sippe“ verbringt, wächst mit politisch engagierten Eltern auf, die sich als Studenten an der Kunstakademie kennenlernten und im Malkasten heirateten. Als die Familie sich zerstreut, lässt das Künstlerpaar 1960 ein Haus in Meerbusch bauen und die Tochter graduiert später unweit, an der Hochschule Niederrhein, zur Textilingenieurin. Sie heiratet einen Kommilitonen und folgt ihm für seine weiteren Studien nach Kalifornien. Da es dort keine Textilindustrie gibt, studiert Hackspiel-Mikosch Kunstgeschichte in Berkeley, findet dann zum Textilen zurück, indem sie etwa am „M.H. de Young“-Memorial-Museum in San Francisco Teppiche restauriert. „Aus einem vorgesehenen Jahr wurden 13 Jahre“, resümiert sie ihre Zeit überm großen Teich, wo sie amerikanische Sichtweisen kennenlernt, Tochter Annabel in New York geboren wird, die Ehe auseinandergeht und sie schließlich mit der Dreijährigen nach Meerbusch ins Familiennest – mit separater Haustür – zurückzieht. 2003 wird zum Schicksalsjahr: Ihr geliebter Bruder ist in Mexiko unterwegs, als ein Fremder einen Autounfall verursacht und flieht. Der Bruder stirbt, seine Frau und Kinder sind schwer verletzt. Elisabeth Hackspiel-Mikosch bricht auf und erlebt in dem Land große Widersprüche: „Administrative Schwierigkeiten und gleichzeitig unglaubliche menschliche Wärme in einem hervorragenden Tropen-Krankenhaus.“ Die Krankenschwestern faszinieren sie. „Sie gehören zum indigenen Volk der Mayas und sind sehr stolz auf ihren Beruf. Zu ihren blauschwarzen Haaren trugen sie türkise Kittel und ihre Augen waren stark türkisfarben geschminkt.“ Ein Buch von Márquez hilft ihr, die Lebenseinstellung des Landes zu verstehen. Überhaupt ist Lesen neben ihrer (schreibintensiven) Professur und dem Engagement in Vereinen eine ihrer Leidenschaften. 2003 gründete sie einen Lesekreis für Frauen – gerade ist „Unorthodox“ dran. In nicht ferner Zukunft steht die Rente ins Haus. Mit den Genen einer Mutter, die dieses Jahr 95 wurde, und ihrer erquickenden Lebendigkeit wird Elisabeth Hackspiel-Mikosch noch einiges in Bewegung bringen.

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