Solinger Schneidwaren entstanden traditionell unter Mitwirkung zahlreicher Handwerksberufe überwiegend in Heimarbeit. Neben den Schleifern in den Wasserkotten, Dampfschleifereien, später Motorwerkstätten sowie den Härtern zählten dabei die Reiderberufe, die für die Montage zuständig waren, zu den wichtigsten Heimarbeitern. Sie hatten sich im gesamten Stadtgebiet kleine Werkstätten eingerichtet.
In der auf Taschenmesser spezialisierten Reiderei Lauterjung scheint es, als habe der Besitzer nur mal eine Pause eingelegt. Die Originaleinrichtung ist vollständig erhalten. Mehrere Generationen der Reiderfamilie Lauterjung haben hier ihr Arbeitsleben bestritten, zuletzt Arthur Lauterjung, der bis 1965 in dem Kotten gearbeitet hat. Zusammen mit dem angrenzenden ehemaligen Wohnhaus handelt es sich um ein beispielhaftes Ensemble der Solinger Heimindustrie. In der Werkstatt erfahrt ihr vieles über den typischen Solinger Reiderberuf, über die Taschenmesserfabrikation und die Arbeitsteilung in der Schneidwarenindustrie.