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Pro und Kontra: Kindergeburtstag groß feiern?

In unserer neuen Serie „Pro-Kontra Elternmeinungen“ möchten wir zwei verschiedenen Perspektiven aus Elternsicht beleuchten, die euch neue Argumente an die Hand geben. Also, was spricht für die Mega-Kinder-Geburtstagsparty? Oder gibt es nicht ganz andere Alternativen, um schön zu feiern? 

Illustration eines Luftballon mit Sternenmuster

Isabella Lacourtiade

23.04.2026

Lesezeit 3 Minuten

PRO

Am liebsten groß und bunt  

Immer größer, immer bunter, immer spektakulärer – der Kindergeburtstag steht heute schnell unter dem Verdacht, zu viel zu sein. Zu laut, zu teuer, zu anstrengend. Und ja: Eine große Party kostet Nerven. Aber gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn eine große Geburtstagsparty ist mehr als ein Event – sie ist ein Statement fürs Leben. Die Zeiten sind unsicher. Kriege, Krisen, Daueralarm in den Nachrichten. Kinder bekommen davon mehr mit, als wir denken. Umso wichtiger sind Momente der Leichtigkeit. Ein Geburtstag, an dem viele Freund:innen zusammenkommen, ist genau so ein Moment. Ein Tag, an dem das Geburtstagskind spürt: Ich bin wichtig. Heute dreht sich alles um mich. Oft wird als Faustregel empfohlen, so viele Gäste einzuladen, wie das Kind alt ist. Aber warum eigentlich? Für Kinder ist es ein starkes Erlebnis, selbst entscheiden zu dürfen, wen sie einladen möchten. Zwei Kinder mehr oder weniger machen organisatorisch kaum einen Unterschied – emotional aber schon. Ausgrenzung tut weh, Zugehörigkeit stärkt. Gerade im Grundschulalter sind Freundschaften dynamisch und verändern sich schnell. Eine große Party kann verbinden, statt zu trennen. Die Feier selbst ist für alle Kinder ein Ereignis, dem sie lange entgegenfiebern: Kuchen essen, spielen, tanzen, Herausforderungen meistern. Das schweißt zusammen. Das Geburtstagskind lernt dabei ganz nebenbei, Gastgeber:in zu sein, Rücksicht zu nehmen, Konflikte auszutragen und Kompromisse zu schließen. Dabei muss eine Geburtstagsparty keine teure Materialschlacht sein. Sie darf aber laut sein, wild und chaotisch. Vielleicht sogar ein bisschen zu viel. Aber genau das bleibt in Erinnerung. Und ganz ehrlich: Es passiert genug Schlimmes in der Welt. Da darf man einen Tag lang mit vollem Herzen feiern.

Porträt von Claudia Giesen

Claudia Giesen ist Mutter von zwei Kindern im Alter von acht und elf Jahren. Sie schreibt regelmäßig über Familie, Bildung und das Leben mit Kindern – und findet es schön, Gäste zu haben und auch mal kleinere Anlässe zu feiern.

KONTRA 

Lieber klein und fein  

Meine Frau und ich haben es zweimal gemacht, bei unserem ersten und bisher einzigen Kind. Mit den Kita-Freunden, deren Eltern, dazu Verwandte und Bekannte. Alle kommen zusammen, für einen schönen Anlass. Klingt nett, oder? In Wahrheit bedeutet es Wochen voller Planung, Stress und natürlich Kosten. Den letzten Teil haben wir uns weitgehend geteilt, Planung und Stress lagen größtenteils bei meiner Frau. Zuerst die Location: Zu Hause reicht nicht, also muss ein geeigneter Ort gefunden werden. Dann das das leibliche Wohl – Snacks (und in unserer Kultur versteht man darunter nicht Laugenbrötchen und Käsehäppchen), Getränke, Desserts. Am Ende verliert man den Überblick über die Ausgaben. Und das alles für ein paar Stunden, die mehr Arbeit als Spaß machen. Mindestens zwei bis drei Wochen Vorbereitung, wobei man sich um die Location am besten schon drei Monate im Voraus kümmert, ein ganzer Tag Einsatz – und dann die kurzfristigen Absagen, weil Kinder krank werden. Frust garantiert. Zwar haben wir beim zweiten Mal einen Teil der Verpflegung unter unseren Gästen aufgeteilt, dennoch muss man als Gastgeber etwas beisteuern, den Hut aufhaben und das Ganze organisieren, damit es am Ende nicht nur zehn Nudelsalate und zweimal denselben Kuchen gibt. Natürlich wollen wir unserem Nachwuchs Erinnerungen schenken und klar ist es schön, wenn am Ende alle beisammen sind. Aber muss das gleich ein Event sein? Wir haben entschieden: Künftig feiern wir im kleinen Kreis in den eigenen vier Wänden. Großeltern, vielleicht ein paar enge Freunde. Weniger Stress, weniger Kosten, mehr echte Zeit miteinander. Immerhin scheint das mit der schönen Erinnerung beim letzten Mal gut geklappt zu haben. Auf unsere Frage, welche Torte sich unser Sohn zum nächsten Geburtstag wünscht, sagte er, ohne lange überlegen zu müssen: „Baustellentorte, so wie beim letzten Geburtstag“. Die bekommt er, aber, wie gesagt, ohne das große Drumherum. Versprochen.

Porträt von Mustafa Görkem

Mustafa Görkem ist glücklich verheiratet und Papa eines Sohnes, der bald vier wird. Somit blickt er auf drei Kindergeburtstage zurück und will es dabei künftig ruhiger angehen lassen, seine Frau sieht es genauso.

Deko-Tipp für zu Hause

Richtig schöne, fertig konfektionierte Partysets, die man nach der Party auch gerne noch im Kinderzimmer hat, stellt Frauke von Printfetti zusammen. Der Gründerin fand es nämlich selbst schwierig, schöne Deko zu finden, also ging sie selbst ans Werk: „Ich war selbst viele Jahre auf der Suche nach wirklich schöner Deko für den Kindergeburtstag. Deko, die sowohl den Kindern als auch mir gefällt und gerne nach der Party noch ein bisschen bleiben darf.“

Im Mittelpunkt der Familie

Seit mehr als 20 Jahren informieren wir Eltern, Großeltern und alle, die mit Kindern leben oder arbeiten über Neuigkeiten aus der Region, Veranstaltungen, Themen, Tipps und Angebote. Wir entdecken die Stadt und ihre Umgebung auch immer wieder neu – das Entdeckte teilen wir gerne mit euch.

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